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Bis an die Leistungsgrenze

Bis an die Leistungsgrenze
Julian Korb und Ibrahima Traoré waren im Hinspiel in Sevilla oft nur zweiter Sieger. Das soll sich heute ändern. FOTO: Getty Images
Mönchengladbach. Für Borussia Mönchengladbach ist heute schon ein Europapokal-Finale: Gegen den FC Sevilla muss ein Sieg her, wenn man auf internationaler Ebene überwintern möchte. Es ist das vierte Aufeinandertreffen mit den Spaniern innerhalb eines Jahres, alle bisherigen Duelle verlor der VfL. Das soll sich heute ändern. Von David Friederichs

Statistiken, sagt André Schubert, seien so eine Sache. Eine zum Beispiel besagt, dass der FC Sevilla von seinen neuen Auswärtsspielen in dieser Saison noch keines gewonnen habe. Eigentlich ein gutes Omen für den VfL. Gäbe es da nicht diese andere Statistik, in der der VfL in den drei bisherigen Aufeinandertreffen mit dem FC Sevilla innerhalb des letzten Kalenderjahres drei Niederlagen einstecken musste. Doch Niederlage Nummer vier, da sind sich alle im Lager von Borussia Mönchengladbach einig, soll es nicht geben. "Wir werden alles in die Waagschale werfen, um dieses Spiel zu gewinnen", gibt sich Schubert kämpferisch. Offensiv will er das Spiel heute angehen, ohne aber die die Defensive zu vernachlässigen. "Vielleicht brauchen wir eine erste gute Aktion, um das Spiel in die richtige Richtung zu lenken."

Hoffnung zieht Schubert aus den beiden letzten Auftritten in der Königsklasse im Borussia-Park. Gegen Manchester City (1:2) und Juventus Turin (1:1) war durchaus mehr drin, am Ende fehlte vielleicht auch die Spur Cleverness, um sich für die Leistungen und den Einsatz zu belohnen.

Cleverness ist etwas, dass die Spanier dem VfL voraus haben. Das zeigte nicht zuletzt das Hinspiel. Gleich drei Elfmeter holten sie heraus, waren aber ohnehin das klar bessere Team. "Das Hinspiel war sehr eindeutig, sie haben uns in einer schlechten Phase erwischt. Jetzt ist die Situation allerdings eine andere", sagt Julian Korb. Der Rechtsverteidiger ist, wie seine Mannschaftskollegen, in den letzten Woche aufgeblüht - und hat Selbstvertrauen getankt. Seit Schubert an der Seite steht, gab es nur eine Pflichtspielniederlage - und dabei soll es auch bleiben. Denn will man in Europa überwintern, ist verlieren verboten, selbst ein Unentschieden könnte zu wenig sein. Am Ende hilft nur ein Sieg weiter. Dann würde man am FC Sevilla vorbeiziehen und hätte vor dem letzten Gruppenspiel in Manchester die Trümpfe in der eigenen Hand.

Doch dafür müssen zunächst 90 hitzige Minuten absolviert werden. "Wir müssen bis an die Leistungsgrenzen gehen, um erfolgreich zu sein", so Schubert.

(Report Anzeigenblatt)