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Derby zur rechten Zeit!?

Derby zur rechten Zeit!?
Borussia Mönchengladbach will sich für die Hinspielniederlage im Derby gegen den 1. FC Köln revanchieren. FOTO: Getty Images
Mönchengladbach. Mit vier Niederlagen und ohne Punkte reiste Borussia Mönchengladbach vor einem knappen halben Jahr zum Derby nach Köln. Ein Derby zur rechten Zeit, dachten viele. Am Ende stand Pleite Nummer fünf und das Ende der Ära Favre zu Buche. Nach der Niederlage in Hamburg brennen die Borussen erneut auf das Derby. Diesmal soll es wirklich zur rechten Zeit kommen. Von David Friederichs

Für André Schubert endet am Samstag seine ganz persönliche Halbserie. Die Niederlage in Hamburg am Sonntag trübt ein wenig die Bilanz, auch wenn diese mit 32 Punkten aus 16 Spielen mehr als vorzeigbar ist. Aber, das hat die Pleite in Hamburg gezeigt, es bleiben noch einige Baustellen, an denen Schubert zu arbeiten hat.

Größte ist und bleibt die Defensive. Mit 38 Gegentreffern stellt die Borussia die drittschlechteste Defensive der Liga, nur Stuttgart und Bremen haben mehr Gegentore bekommen. 18 Treffer kassierte der VfL nach Standards, so auch deren zwei in Hamburg - jeweils nach einer Ecke. Dass das erste Gegentor dabei eher ins Kuriositätenkabinett gehört, passte dabei gut ins Bild. Auch das dritte Gegentor wäre durchaus zu verhindern, zu leicht rutschte der Ball nach dem langen Abschlag von René Adler durch. Weitere individuelle Fehler gerade in der ersten Hälfte wussten die Gastgeber glücklicherweise nicht zu nutzen, sonst wäre die Partie wohl deutlich früher entschieden gewesen. Gerade die zahlreichen Gegentore nach Standards zeigen, dass es ein Problem der gesamten defensiven Organisation ist.

Im Mittelfeld merkte man Granit Xhaka die fehlende Spielpraxis an. Sein ohnehin schon riskantes Spiel krönte er mit zahlreichen Ballverlusten, so wirkte auch Mo Dahoud zunehmend verunsichert an seiner Seite. Zu guter Letzt erwischten auch Lars Stindl und Raffael (trotz Tor) einen gebrauchten Tag.

Eine solche Leistung gegen Köln würde den Fans übel aufstoßen. Wohl auch deshalb waren die Spieler bereits kurz nach Abpfiff bemüht, den Blick optimistisch in Richtung Wochenende zu richten. „Für mich kann die Zeit bis Samstag nicht schnell genug vergehen, weil wir auf Wiedergutmachung für die Niederlage im Hinspiel und das 2:3 in Hamburg brennen. Wir müssen dieses Spiel gewinnen – egal wie“, brachte es Oscar Wendt auf den Punkt. Denn insbesondere bei den Fans sitzt der Stachel der 0:1-Niederlage in Köln noch tief, zwei Niederlagen in einer Saison gegen den Erzrivalen, das gab es zuletzt in der Saison 89/90. Ohnehin gewann der VfL mehr als die Hälfte aller Bundesligaduelle gegen den Erzrivalen. Und ein weiterer Sieg wäre zur jetzigen Zeit sicherlich Balsam auf die Seele vieler Fans und würde die Niederlage gegen Hamburg sicherlich schnell vergessen machen.

(Report Anzeigenblatt)