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Schuberts Mut wird belohnt

Schuberts Mut wird belohnt
André Schubert hatte gestern gut lachen. Sein taktisches Kalkül ging gegen den VfB Stuttgart auf. FOTO: Getty Images
Mönchengladbach. Mit 4:0 die bisherige Überraschungsmannschaft der Rückrunde besiegt, zum zweiten in Folge zu Hause hinten die Null gehalten - zu meckern gab es gestern wenig im Borussia-Park. Von David Friederichs

Wenn es anhaltende Kritik an der defensiven Stabilität gibt, dann hat man als Trainer drei Möglichkeiten: man bleibt bei seiner Marschroute, man verstärkt die Defensive oder aber, und so machte es André Schubert am gestrigen Abend, man sucht das Heil in der Offensive. Mit einem 3-4-3-System überraschte er nicht nur den VfB Stuttgart, sondern auch die Fans im Stadion. Thorgan Hazard, Lars Stindl und Rafael stürmten in vorderster Front, liefen den Gegner früh an und ließen damit die Schwaben nicht zur Entfaltung kommen. Fast schon hilflos wirkte der Auftritt der Gäste. Dass diese offensive Ausrichtung natürlich auch Risiken birgt, wurde nur selten deutlich. Denn das konsequente 1 gegen 1 in der Defensive und auch im Mittelfeld ging nur gut, weil sich die Borussia deutlich weniger Ballverluste leistete als noch in den Spielen zuvor. Außerdem zeigte der VfB fast nichts von dem, was ihn in den vergangenen Wochen auszeichnete. „Meine Mannschaft hat es einfach überragend gemacht, defensiv kaum etwas zugelassen und auch in der Offensive überzeugend gespielt“, war André Schubert nach dem Spiel begeistert vom Auftritt seiner Mannschaft. Auch der verletzungsbedingte Ausfall von Oscar Wendt brachte keinen Bruch ins Spiel, auch wenn man Martin Hinteregger anmerkte, dass er sich in der Innenverteidigung deutlich wohler fühlt.

Und dann war da ja noch die Geschichte von Patrick Herrmann. In der 68 Minute kam er für den stark aufspielenden Hazard ins Spiel und nur wenige Sekunden später erzielte er mit seinem ersten Ballkontakt das vorentscheidende 3:0. „Es ist ein extrem schöner Moment für mich, nach knapp fünf Monaten Pause heute reinzukommen und ein Tor zu machen. Das hat echt gut getan. Ich weiß noch, dass ich einen Bogen gelaufen bin, den Ball von Mo bekommen, ihn mir einmal vorgelegt und dann ins lange Eck reingeschossen habe – so wie ich es mir vorgenommen hatte. Danach ist dann so ziemlich alles aus mir raus gebrochen beim Torjubel“, konnte Herrmann es zumindest nach dem Spiel schon in Worte fassen. Dass er dann auch noch die Vorarbeit zum 4:0, einem Eigentor von Kevin Großkreuz lieferte, passte zu diesem berauschenden Fußballabend.

Lange kann sich die Borussia aber nicht im Glanz des Erfolges sonnen, denn schon am Samstag muss man beim VfL Wolfsburg antreten, der in Hannover am Dienstag ebenfalls mit 4:0 erfolgreich war. „Ich habe das Gefühl, dass wir uns langsam wieder in der Form befinden, die wir während unserer Siegesserie in der Hinrunde hatten“, machte Torwart Yann Sommer Mut, dass es auch mit dem ersten Auswärtsdreier der Rückrunde klappen könnte.

(Report Anzeigenblatt)