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Traoré macht den Unterschied

Traoré macht den Unterschied
Ibrahima Traoré lieferte gegen Hannover ein starkes Spiel ab und belohte sich mit einem eigenen Treffer. FOTO: Getty Images
Mönchengladbach. Borussia Mönchengladbach ist wieder zurück in der Erfolgsspur. Im Heimspiel gegen Hannover 96 mussten die Fans zwar lange zittern, ehe der nächste Dreier eingefahren war, doch am Ende war der Jubel groß. Raffael und ein überragender Ibrahima Traoré schossen die Tore beim 2:1-Sieg gegen die Niedersachen. Von David Friederichs

Die letzte Woche war für Ibrahima Traoré nicht einfach. Sorgen umtrieben den Guineer. Sorgen um seine Familie. Seine Mutter und sein Bruder wohnen in Paris, bekamen die Anschläge hautnah mit. Daher entschloss er sich, beide zu sich nach Deutschland zu holen. Dass ihn die Situation belasten würde, war auf dem Spielfeld aber nicht zu sehen - im Gegenteil. An fast jeder gefährlichen Situation war der Flügelflitzer beteiligt. Ob mit feinen Zuspielen, wie beim Pfostenschuss durch Lars Stindel (13.) und beim Kopfball von Raffael (30.), oder aber beim eigenen Treffer, als er nach einem schönen Zuspiel von Mo Dahoud Ron-Robert Zieler mit dem Außenrist tunnelte.

Dass man Ende doch noch um den Sieg zittern musste, hatte zwei Gründe. Da war zum einen der Ausgleich durch Artur Sobiech. Nach einer Ecke stocherte der 96-Stürmer den Ball aus einem Meter über die Linie. Der Zweite war, dass man gleich mehrfach beste Chancen liegen ließ. Lars Stindl beispielsweise, der erstmals gegen seinen alten Arbeitgeber auf dem Platz stand, scheiterte noch ein zweites Mal am Pfosten, außerdem vereitelte der starke Zieler mit zahlreichen Glanzparaden einen zweiten Treffer der Borussia. Sechs Minuten vor dem Ende aber war auch Zieler machtlos. Andreas Christensen brachte den Ball scharf an den Fünfer, wo Raffael den Fuß hinhielt und so den hochverdienten 2:1-Endstand markierte. Eine Energieleistung der Borussia, die immer an den Sieg glaubte.

Und Traoré? Der wurde nach 88 Minuten ausgewechselt und mit Standing Ovations verabschiedet. Auch seine Familie im Stadion wird sich gefreut haben und die Schrecken der letzten Woche zumindest kurz vergessen haben.

(Report Anzeigenblatt)