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Das Wagnis Dreierkette

Das Wagnis Dreierkette
Wirkte bei beiden Tore unglücklich: Nico Elvedi. FOTO: Getty Images
Mönchengladbach. Gegen den VfB Stuttgart überraschte André Schubert mit einer Dreierkette, auch in Wolfsburg sollte diese taktische Herangehensweise zum Erfolg führen. Nach den beiden schnellen Gegentreffern aber stellte Schubert um. Von David Friederichs

André Schubert ist ein offensiv denkender Trainer. Er liebt das Spektakel, gewinnt lieber 4:3 statt 1:0. Dass eine offensive Ausrichtung nicht gleichzeitig bedeutet muss, auch in der Defensive Lücken zu bieten, zeigte die Borussia am vergangenen Mittwoch gegen den VfB Stuttgart. Kaum eine Torchance konnten sich die Schwaben erspielen, gerade in den 1 zu 1 Duellen war der VfL extrem stark und schaffte es zudem, oft schon im Mittelfeld gut zuzustellen und den Gästen keinen Platz zu geben.

Ähnlich sollte es auch in Wolfsburg laufen. Wieder vertraute Schubert seiner Dreierkette. „Vielleicht sind wir das Ganze aber einen Ticken zu offensiv angegangen, denn ein Stellungsfehler hat den Wolfsburgern so das erste Tor ermöglicht“, analysierte Schubert nach dem Spiel. Das galt insbesondere für die Mittelfeldreihe. Hier wurden die entscheidenden Zweikämpfe verloren und Wolfsburg konnte mit Platz und Tempo auf die Abwehr zugehen. Besonders unglücklich wirkte dabei Nico Elvedi, der erst gegen Julian Draxler und zwei Minuten später gegen Max Kruse sich etwas zu leicht vernaschen ließ. „Unser Ansatz war, die sich bietenden Räume, die durch ihre Dreierkette entstehen, zu nutzen – und das ist in der Anfangsphase mit unseren beiden Toren sehr gut aufgegangen“, sagt Dieter Hecking, dessen Taktik aufging.

Zweimal lief die Borussia also ins offene Messer - und Schubert reagierte. Im 4-4-2-System ließ man den Wolfsburgern im Anschluss weniger Raum. Gegen immer defensiver und kompakter stehende Gastgeber, fehlte aber vorallem in der zweiten Hälfte die Durchschlagskraft nach vorne.

Somit wird Schubert am Wochenende gegen Frankfurt entscheiden müssen, für welche Option er sich entscheidet - offensiv mit Dreierkette oder kompakter im klassischen 4-4-2.

(StadtSpiegel)