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Plea: Nebelkerze oder mehr?

Plea: Nebelkerze oder mehr?
Einer, beide oder keiner? Raffael (r.) und Plea sind mehr oder weniger realistische Kandidaten für einen Platz im Kader. FOTO: DW
Mönchengladbach. Spot an: Heute Abend empfängt Borussia Mönchengladbach zum stimmungsvollen Flutlicht-Pokalspiel Bayer Leverkusen. VfL-Trainer Hecking spricht vorher mit Raffael – und bringt auch Plea ins Spiel. Von Jan Finken

Wenn es vor wenigen Wochen nach der landläufigen Meinung der Medien gegangen wäre, hätten Niko Kovac (Trainer FC Bayern München), Domenico Tedesco (Trainer Schalke 04) und auch Heiko Herrlich (Bayer Leverkusen) inzwischen keinen Job mehr. Ob der teils dürftigen Leistungen dieser drei Klubs in den vergangenen Wochen wähnten viele dieses Trio bereits auf dem Gang zum Arbeitsamt. Vor allem Herrlichs Entlassung schien nur eine Frage der Zeit, dümpelt die Werkself doch eher im unteren (statt, wie erwartet, im oberen) Tabellendrittel herum, und auch in der Europa League rissen die Bayer-Boys bislang keine Bäume aus.

Das taten sie stattdessen am Sonntag bei Werder Bremen, derzeit ein Spitzenteam der Bundesliga (Tabellenvierter, wie Gladbach 17 Punkte). Mit 6:2 gewann Leverkusen dank herrlichem Umschaltspiel und hochprozentiger Chancenverwertung, und auf einmal ist aus der großen Favoritenrolle Borussias vor dem Pokalspiel heute Abend gegen Leverkusen nur noch – aufgrund des Heimvorteils – eine kleine geworden.

VfL-Trainer Dieter Hecking, dem der Abgesang auf Trainerkollegen nach noch nicht einmal einem Drittel der Saison höchst zuwider ist, konnte sich am Wochenende im Bremer Weserstadion ein eigenes Bild von der Stärke Bayers machen. „Leverkusen ist eine absolute Spitzenmannschaft in Deutschland“, unterstreicht Hecking.

Wie das Gladbacher Personal aussehen wird, um gegen den rheinischen Rivalen den Einzug in die dritte Pokalrunde perfekt zu machen, ließ der Trainer wie gewohnt offen. Christoph Kramer, zuletzt mit Stammplatz auf der Bank, könnte gegen seinen Ex-Klub wieder in die Startelf rutschen. Raffaels Wadenverletzung sei ausgeheilt; ob er heute Abend im Kader sei, wollte Hecking noch persönlich mit dem Brasilianer besprechen. Und fast beiläufig kokettierte der Coach mit einem Einsatz von Torjäger Alassane Plea, der vom Klub eigentlich schon als Ausfall (Oberschenkelzerrung) deklariert worden war. Eine Nebelkerze, um sein Bayer-Pendant Herrlich zu verwirren? Obwohl: Gegen Bayern München hätte auch niemand mit dem gerade genesenen Lars Stindl in der Anfangsformation gerechnet. Stindl schoss dann übrigens das vorentscheidende 2:0 gegen die Bayern...

(StadtSpiegel)