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Selbstvertrauen tanken und zurück

Selbstvertrauen tanken und zurück
Ein gewohntes Bild: Während Nationalmannschaftskollege Granit Xhaka eigentlich immer auf dem Platz stand, blieb Josip Drmic meist nur die Rolle des Einwechselspielers. Das soll sich in Hamburg für Drmic ändern. FOTO: Getty Images
Mönchengladbach. Mit der Leihe von Josip Drmic an den Hamburger SV verliert Borussia Mönchengladbach seinen einzigen echten Stoßstürmer. Angesichts der nur knappen Einsatzzeiten dennoch ein nachvollziehbarer Schritt. Von David Friederichs

Josip Drmic hat einen Traum: im Sommer möchte er mit der Nationalmannschaft der Schweiz bei der EM in Frankreich dabei sein. Den gleichen haben auch Yann Sommer und Granit Xhaka. Doch während letztgenannte bei Borussia Mönchengladbach ihren Stammplatz sicher haben und auch im Nationalteam gesetzt sind, steht Drmic auf der Kippe.
In Mönchengladbach kam er über Kurzeinsätze meist nicht hinaus, verständlich, dass er den Wunsch äußerte, in der Rückrunde mehr Einsatzzeiten zu bekommen. Die aber wollten und konnten weder Sportdirektor Max Eberl noch Trainer André Schubert garantieren. Im Gegenteil. Läuft alles normal, sind auch in der Rückserie Raffael und Lars Stindl gesetzt in vorderster Front, auf den Außenbahnen erhöht sich mit der nahenden Rückkehr von Patrick Herrmann und André Hahn nochmals die Konkurrenzsituation. Daher kam die Anfrage aus Hamburg dem Schweizer Stürmer sehr gelegen und auch Borussia kam trotz eigentlich abgeschlossener Transferaktivitäten noch einmal ins Grübeln. "In den vergangenen 50 Stunden ist noch einmal Bewegung in diese Sache gekommen, weil Josip nachhaltig den Wunsch geäußert hat, verliehen zu werden, um im Hinblick auf die EM mehr Spielpraxis zu erhalten", sagt Max Eberl im Interview auf der vereinseigenen Homepage.
Das Kalkül hinter dem Transfer: Drmic soll in Hamburg Spielpraxis und Selbstvertrauen sammeln, mit der Schweiz zur EM fahren und anschließend gestärkt nach Mönchengladbach zurückkehren. Ohne Drmic also begann am Montag die Vorbereitung auf das Spiel am Freitag gegen Werder Bremen. Erfreulicherweise stand Mo Dahoud heute wieder auf dem Platz und sollte somit gegen Bremen wieder einsatzfähig sein. Dann gilt es, den Null-Punkte-Start vergessen zu machen und insbesondere wieder zu der Effektivität zurückzukehren, die in den ersten Wochen unter Schubert Grundlage des Erfolgs war. Gegen die Hanseaten dürfen nicht erneut solch klare Chancen liegengelassen werden, wie in Mainz, als man fast schon fahrlässig mögliche Punkte verschenkte.