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Stranzl macht im Sommer Schluss

Mönchengladbach (df). Er ist Mannschaftskapitän, Leitfigur, Vorbild für viele junge Profis – und ab Sommer Fußballpensionär. Martin Stranzl beendet seine Karriere, verabschieden will er sich aber auf dem Platz. Von David Friederichs

Die Stimme zitterte, die Tränen schossen ihm in die Augen: Martin Stranzl fiel die Ankündigung seines Karriereendes im Sommer nicht leicht. "Eine lange schöne Zeit geht vorbei. Auch wenn man es jetzt noch nicht sieht: Ich freu mich auf die Zeit danach", gab der Österreicher bekannt. Es waren die Zeichen seines Körpers, die Stranzl im Laufe der letzten Wochen dazu gebracht haben, jetzt diese Entscheidung zu fällen. Erst war es eine Knieverletzung, dann der Bruch der Augenhöhle, schließlich zwei muskuläre Verletzungen, die ihn immer wieder zurückwarfen, erst zwei Einsätze in dieser Saison waren die Konsequenz. "Die letzte Zeit war nicht einfach für mich und meine Familie. Wenn man mit sich selbst unzufrieden ist, dann hat das auch Auswirkungen auf die Familie", so Stranzl. Für ihn, der immer alles mit 100 Prozent angeht, eine Situation, die er so nicht länger hinnehmen wollte – und nun den Schlussstrich zieht. Doch Stranzl wäre nicht Stranzl, wenn er sich nicht noch mal zurück auf den Platz kämpfen würde. "Dafür werde ich alles tun!" So wird in den kommenden beiden Wochen die Intensität langsam gesteigert, beim Freundschaftsspiel gegen Arminia Bielefeld in der Länderspielpause will er wieder dabei sein.

Auch für Sportdirektor Max Eberl, war es nicht leicht, das Ende der Karriere von Stranzl zu verkraften. "Es war eine unfassbar intensive Zeit. Martin hat Großes geleistet für diesen Verein, ich schätze ihn als Fußballer, aber vielmehr noch als Menschen", so Eberl. Schließlich war es Stranzl, der den gesamten Weg vom Fast-Absteiger bis in die Champions League mitgeprägt hat. Nicht verwunderlich, dass man ihn, in welcher Form auch immer, an den Verein binden will. "Ich muss jetzt für mich herausfiltern, was am Besten passen könnte. Aber es macht mich stolz, dass die Türen hier immer offen stehen für mich", betonte der Österreicher. Zunächst aber will er sich der Familie widmen, mit der er auch im Rheinland bleiben wird. Und ganz nebenbei auch seinen Sohn Elias unterstützen. Der spielt derzeit in der U9 des FC Büderich und möchte irgendwann einmal in die Fußstapfen seines Vaters treten. Es sind auf jedem Fall große.

(StadtSpiegel)