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Schüler Mönchenglabacher Schulen werden zu Medienscouts ausgebildet
„Das Internet vergisst nicht“

Schüler Mönchenglabacher Schulen werden zu Medienscouts ausgebildet: „Das Internet vergisst nicht“
Lars Klostermann erklärt den Schülern, welche Gefahren auf facebook und Co. lauern, sollte man zu offenherzig mit seinen Informationen umgehen. FOTO: Baum
Mönchengladbach (ysl). Am Berufskolleg Rheydt-Mülfort für Wirtschaft und Verwaltung erhalten Schüler von sechs Mönchengladbacher Schulen eine Schulung zum Medienscout. Von Yvonne Simeonidis

Zu Beginn des Workshops fragt Leiter Lars Klostermann vom Landesinstitut für Medien in die Runde: „Wie viele Whatsapp-Nachrichten bekommt ihr denn so am Tag?“ „So 1 500“, antwortet der erste und erntet mitleidige Blicke. „Über 2 000“, antwortet die Nächste. Zustimmendes Nicken im Rund. Die Augen der umstehenden Erwachsenen werden weit, manch einem entgleisen ein wenig die Gesichtszüge. Für die Schüler, die am Berufskolleg Rheydt-Mülfort zu Medienscouts ausgebildet werden, ist das Alltag. Whatsapp, facebook, tumblr, youtube, twitter... die Jugendlichen sind auf den unterschiedlichsten Plattformen unterwegs – sei es am Computer oder auf dem Handy.

Sie nutzen diese Netzwerke intensiv, doch welche Gefahren dort lauern, worauf man bei seiner Privatsphäre achten sollte oder was bei Cybermobbing zu tun ist, das wissen die Wenigsten. Um Schüler für diese Themen fit zu machen, sie zu Medienscouts auszubilden, die dann wiederum als Multiplikatoren für ihre Mitschüler dienen, hat die Landesanstalt für Medien NRW vor drei Jahren das Projekt „Medienscouts NRW“ ins Leben gerufen. Bis dato wurden 1.100 Medien-scouts und 500 Beratungslehrer ausgebildet. In Mönchengladbach nehmen aktuell sechs Schulen Teil. 24 Schüler und zwölf Lehrer besuchen im Laufe eines halben Jahres fünf Workshops.

„Das Erste, was wir den Kids beibringen, ist, ’das Internet vergisst nicht’“, erklärt Lars Klostermann, „wir zeigen den Schülern an konkreten Beispielen, welche Gefahren beispielsweise beim ’sexting’ bestehen, wie man auf Mobbing reagiert oder wie man seine Daten online vor dem Zugriff Fremder schützt.“ Darauf aufbauend werden die angehenden Scouts in Beratungsgesprächen geschult. Denn einmal zurück an ihren Schulen, sollen die Scouts ihr Wissen weitergeben. „In ihren Schulen führen die Scouts ihre eigenen Projekte durch“, erklärt Klostermann, „seien es Powerpoint-Präsentationen für ihre Mitschüler, Plakate, Sprechstunden oder Vorträge bei Elternabenden.“

Alexander Schroers und Sascha Greifendorf vom Fachbereich Schule und Sport koordinieren das Projekt von Stadtseite. Sie kontaktieren die Schulen und kümmern sich bei den Workshops um das technische Equipment und die Verpflegung. „Wir hoffen, für die nächste Auflage der Workshops noch weitere Schulen gewinnen zu können“, blickt Greifendorf in die Zukunft. Angesprochen sind Schüler der Sekundarstufe I aller weiterführenden Schulen. Aktuell nehmen die Gemeinschaftshauptschule Kirschhecke, das Hugo-Junkers-Gymnasium, die Realschule an der Niers, das Stiftisch Humanistische Gymnasium, die Gesamtschule Rheydt-Mülfort und die Realschule Volksgarten teil.

(Report Anzeigenblatt)