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„Denken müssen wir noch selber“ INFO

„Denken müssen wir noch selber“ INFO
Wenn Kabarettist Arnulf Rating sich eine Zeitung schnappt, geht die Karussellfahrt auf dem Medienrummel los. FOTO: Thomas Räse
Kabarettist Arnulf Rating kommt am Samstag, 27. Februar, mit viel Wortwitz und Gesellschaftsanalysen ins TIG in Eicken. „Rating akut“ heißt sein neues Programm – ein Besuch bringt garantiert Nebenwirkungen mit sich. Von Simone Krakau

Herr Rating, seit 1993 treten Sie mit Soloprogrammen auf. Sie sind auch regelmäßig in Fernsehsendungen wie „Die Anstalt“ im ZDF zu sehen. Ist Ihnen eine Bühne wie die im TIG da nicht zu klein?

Arnulf Rating: Nein, ganz und gar nicht. Ich spiele gerne auf kleinen Bühnen. Eine Zeit lang war ich sogar regelmäßig in Mönchengladbach, aber das ist schon lange her. Zuletzt habe ich beim Politischen Aschermittwoch vor 2 500 Leuten gespielt – das hat schon etwas von Festspielen. Im TIG aber kann ich den direkten Kontakt zum Publikum aufbauen. Das finde ich gut.

Der Name Ihres Programms („Rating akut“) klingt wie ein Medikament. Was hat es damit auf sich?

Ein Medikament mit dem Namen „akut“ nimmt man ja ein, wenn ein Problem da und akut ist – beispielsweise hat man noch eine Vergiftung vom Karneval und schluckt Tabletten. Derzeit ist akut etwas in der Welt los. „Rating akut“ rät aber, vielleicht nicht jede Tablette zu schlucken.

Welche Themen sind denn für Sie besonders akut und finden Platz in Ihrem Programm?

Das was jeden Abend in den Medien zu sehen ist findet Platz in meinem Programm. Themen, die unser Leben verändern, beispielsweise die Flüchtlingssituation und die Situation der Geflüchteten.

Wenn man mal einen Blick in die Zeitung wirft, kann einem auch schon mal das Lachen vergehen. In Ihrem Programm allerdings wird gelacht. Wie funktioniert das?

Das klappt durch den Abstand des Humors. Man muss es für den Betrachter komisch aussehen lassen. Beim Kabarett ist man nicht direkt von der Situation betroffen, wir sind da weit vom Schuss. Die Distanz zu schaffen, ist wichtig.

Bei einem Auftritt im vergangenen Jahr bezeichneten Sie junge Menschen als die „papierlose Gesellschaft“. Was geben Sie dieser Generation mit auf den Weg?

Ich rate ihnen die Nachrichten nicht nur wegzuwischen, sondern auch darüber nachzudenken. Mir hat mein Arzt auch mal empfohlen dreimal täglich zu googlen. Denken müssen wir allerdings immer noch selber und das macht doch auch Spaß.

Was würden Sie sagen sind die Nebenwirkungen von „Rating akut“?

Ich hoffe auf starke Schmerzen der Lachmuskel. Gehirnjogging könnte auch auftreten. Der Kopf ist ja rund, da kann man auch schon mal die Richtung der Gedanken ändern.

(Report Anzeigenblatt)