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CDU-Chef Dr. Hans-Peter Schlegelmilch ist vom Gelingen des Projekts überzeugt
„Dieses Festival ist ein Meilenstein“

CDU-Chef Dr. Hans-Peter Schlegelmilch ist vom Gelingen des Projekts überzeugt: „Dieses Festival ist ein Meilenstein“
Dr. Hans-Peter Schlegelmilch (rechts) mit Marek Lieberberg. FOTO: Baum
Herr Dr. Schlegelmilch, wie haben Sie die letzten Tage und Wochen erlebt? Von Jan Finken

Schlegelmilch: Sie waren, um ehrlich zu sein, sehr kraftraubend. Das Gespräch in allerletzter Sekunde mit Marek Lieberberg in Frankfurt, dann die Verhandlungen mit dem JHQ-Eigentümer BImA (Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, Anm. d. Red.) in Berlin. Ohne die unglaubliche Unterstützung der Gladbacher hätten wir das alles nicht schaffen können. Einen derartig positiven Schub und Zuspruch habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht erlebt. Das trägt einen massiv. Alle Beteiligten sind in den vergangenen drei Wochen an die Grenzen ihrer Ressourcen und teilweise darüber hinaus gegangen – emotional wie physisch.

Sie trafen Marek Lieberberg vor drei Wochen zum Mittagessen in Frankfurt…

Ja, Michael Hilgers organisierte in wenigen Stunden dieses Treffen. Lieberberg hatte eigens für das Mittagessen auch seinen Berater aus Hamburg einfliegen lassen. Schon recht früh wurde dabei deutlich, dass Marek Lieberberg aufgrund des unverständlichen Verhaltens der BImA, die ohne Grund den schriftlichen Vorvertrag aufgekündigt hatte, vollkommen frustriert und zutiefst verärgert war. Er betonte sehr oft, dass die Stadt und die Verwaltung an der Situation nicht auch nur die geringste Schuld treffe, alle hätten mit unglaublicher positiver Energie gearbeitet. Er hätte so etwas in seinem gesamten Berufsleben noch in keiner anderen Stadt erlebt. Aber da auch sein Berater während des Essens fortwährend gegen den Standort JHQ argumentierte, war meinem Kollegen Felix Heinrichs und mir klar, dass das Projekt eigentlich tot war.

Sie schafften es aber, ihn umzustimmen?

Zumindest schafften wir es, dass er an diesem Tag keine Entscheidung gegen den Standort Mönchengladbach fällte und wir Luft zum Atmen bekamen. Das war nach dem Gesprächsverlauf ein großer Erfolg, der uns allen Mut machte. Wir versprachen Lieberberg, alles daran zu setzen, in den nächsten Tagen einen Verhandlungstermin mit der BImA in Berlin zu erhalten und eine Lösung herbeizuführen.

Kurz darauf bekamen Sie einen Termin mit der BImA in Berlin. Was passierte dabei?

Auch dieses Gespräch verlief äußerst schwierig und zäh. Die BImA wies natürlich jegliche Schuld von sich. Die Verhandlungen waren daher recht schnell sehr kontrovers und konfrontativ. Ich war zwar optimistisch, aber als wir auf dem Rückweg im Flieger saßen, konnte man eigentlich nicht davon ausgehen, dass die BImA sich entscheidend bewegen würde.

Sie tat es dann aber doch?

Ja, als zwei Tage später das Fünf-Jahre-Mietangebot beim Oberbürgermeister eintraf, war wohl nicht nur ich überrascht und der BImA sehr dankbar. Das hat uns alle – und insbesondere auch Hans Wilhelm Reiners – noch eimal unglaublich elektrisiert. Das war das Signal, nach dem Motto „Jetzt erst recht“ erneut alle Kräfte zu mobilisieren und alles zu geben.

Für „Rock am Ring“ hat die Zeit nicht gereicht, dafür soll es nun ein neues Festival für Mönchengladbach geben...

Der erklärte Wille und das Ziel von Marek Lieberberg ist, DAS Festival des Westens zu erschaffen und den Weg Mönchengladbachs zur Musik- und Festivalmetropole mit aller Kraft zu begleiten. Wenn ich alleine auf die Facebook- Seite „Rock am Ring: Mönchengladbach sagt willkommen“ blicke, habe ich keinen Zweifel, dass wir das schaffen werden. Ich bin felsenfest überzeugt, dass das JHQ-Festival bereits im kommenden Jahr eine unglaubliche Strahlkraft bis weit über die Landesgrenzen hinaus haben wird. Wir werden mit diesem Festival, mit der Marke „Rock im JHQ“ quasi aus dem Stand in die 1. Liga der Musikfestival-Standorte aufsteigen. Auch für die städtebauliche Entwicklung des JHQ bedeutet das Festival einen Meilenstein.

(Report Anzeigenblatt)