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Die Karnevalisten Marcel und Dieter Dederichs haben ein neues Pferd gefunden
„E nö Pääet vörr Kölle“

Mönchengladbach (bs). Beim Kölner Rosenmontagszug sind der Mönchengladbacher Marcel Dederichs und sein Vater Dieter als Reiter in den Reihen der berühmten „Altstädter“ stets dabei. In diesem Jahr sah es lange Zeit ganz anders aus. Während Trompeten-Bläser Marcel sein Pferd schon parat hatte, fehlte ein geeignetes für Kesselpauken–Trommler Dieter. Von David Friederichs

„Kasper“ hieß das Pferd, das Kesselpauken-Trommler Dieter Dederichs zehn Jahre lang durch die Straßen der Domstadt trug. Ende letzten Jahres verstarb der treue Wallach. Für Vater und Sohn Dederichs ein echter Schock, denn „Kasper“ war „erst“ 18 Jahre alt. Es stellte sich die Frage, ob man überhaupt ein neues und geeignetes Pferd für den „Zoch“ im karnevalsverrückten Köln finden würde. Keine leichte Aufgabe für die beiden Dederichs, die nach vielen Wochen des Suchens doch noch fündig wurden: „Moritz“ heißt „dat nöe Pääet vörr Kölle“!

„Nicht jedes Pferd eignet sich für einen solchen Einsatz“, sagt Dieter Dederichs, der genau wie sein Sohn Marcel ein sehr erfahrener Reiter ist. „Das Pferd wird im Zug nicht mit den normalen Zügeln geführt, sondern mit Fußzügel am Steigbügel, denn ich muss ja die Hände frei haben für die Kesselpauken!“ Für Pferd und Reiter ist das ein ungeheurer Kraftaufwand, eine echte Herausforderung. Dieter Dederichs: „Die Strecke des Rosenmontagszuges ist etwa sechs Kilometer lang und es dauert rund vier Stunden bis es vollbracht ist. Das Pferd und ich, wir beide sind dann völlig fertig.“

Zwanzig Stunden an Training waren jetzt nötig, um „Moritz“ auf das kommende Ereignis vorzubereiten. Mehrmals in der Woche ging es dazu in die Reithalle. „,Moritz’ hat starke Fesseln, einen kräftigen Körperbau, was eine ganz wichtige Voraussetzung ist. Dass er aber so geführt wird, daran muss er sich aber erst noch so richtig gewöhnen“, sagt Marcel Dederichs, der dem „Kasper“-Nachfolger schon eine gewisse „Coolness“ bescheinigt.

Die beiden Dederichs sitzen nicht nur beim legendären Kölner Rosenmontagszug musizierend hoch zu Ross , sondern auch beim hiesigen Veilchendienstagzug – in den Reihen der „Schöpp op“ aus Eicken.

(Report Anzeigenblatt)