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Die Stadt informierte am Dienstag in einer Bürgerversammlung über Teilsperrung der A 61
„Fahrern Sasserath madig machen“

Odenkirchen (hgwö). Wenn im Jahr 2017 die Autobahn 61 zwischen Jackerath und Wanlo dem Tagebau weichen muss, wird der Verkehr von Jackerath über die wieder hergestellte A44 bis zum AB-Kreuz Holz geführt und über die A 46 zur A 61. Die Stadt befürchtet, dass ein beträchtlicher Anteil über Sasserath abfließen wird. In einer Bürgerversammlung wurden mögliche Gegenmaßnahmen vorgestellt. Von Heinz-Gerd Wöstemeyer

„Nach unseren Berechnungen gehen wir davon aus, dass ab 2017 täglich mehr als 15.000 Fahrzeuge durch Sasserath fahren werden, statt bisher 8.350“, sagt Simone Bleser von der Abteilung Verkehrsplanung. Sie widerspricht damit der planenden Behörde Straßen.NRW, die davon ausgeht, dass sich der Verkehrsfluss über die A 44 und 46 vollständig zur A 61 zurückführen lässt. Das Bürgerinteresse an der Informationsveranstaltung am vorigen Dienstag in der Odenkirchener Burggrafenhalle ist enorm groß, so dass noch weitere Stühle aufgestellt werden müssen. Verkehrsplaner Martin Scheel zeigt den betroffenen Bürgerinnen und Bürgern aus stadtplanerischer Sicht Möglichkeiten auf, wie die Stadt der drohenden Entwicklung entgegenwirken will. „Unser Ziel ist, die Belastungen für die Anwohner zu minimieren; wir wollen den Lkw-Fahrern Sasserath madig machen“, sagt Martin Scheel unumwunden und stellt drei Erfolg versprechende Maßnahmen vor. So soll die Kölner Straße am Ortseingang so sehr verschwenkt werden, dass insbesondere die Lkw-Fahrer gezwungen sind, stark abzubremsen, um das Hindernis zu bewältigen. Zudem soll in Höhe der Bushaltestelle in der Ortsmitte eine Mittelinsel entstehen und der Verkehr über die Busspur fließen. Dadurch wird sich zwangsläufig ein Rückstau bilden, wenn ein Bus die Haltestelle bedient. Am Ortsausgang in Richtung Odenkirchen an der Einmündung in die L 19 soll ein ausreichend eng dimensionierter Kreisel für Unbehagen bei den Lkw-Fahrern sorgen. „Das sind drei massive Hindernisse für Lastwagen“, ist Verkehrsplaner Martin Scheel sicher. Er betont, dass weitere Maßnahmen möglich seien, sofern sich der gewünschte Effekt nicht einstelle. Durch den Einsatz von Lärm reduzierendem Asphalt sollen die Anwohner darüber hinaus vor Lärmbelastung geschützt werden. Mit dem Baubeginn solle bewusst erst 2017 begonnen werden, so Scheel, um während der zweijährigen Bauphase von Anfang an eine abschreckende Wirkung zu erzielen. Das Publikum signalisierte weitestgehend Zustimmung, während die verschiedenen Alternativen für eine Umgehungsstraße weniger gut wegkamen. „Eine solche Maßnahme würde ohnehin mit acht bis zehn Jahren viel zu viel Zeit in Anspruch nehmen“, räumt Martin Scheel ein. Er freue sich, dass ein Konsens mit den Bürgerinnen und Bürgern erzielt worden sei, so der Stadtplaner. Jetzt werde ein konkretes Konzept erarbeitet und der Politik zur Entscheidung vorgelegt.

Die Stadt hat Finanzmittel in Höhe von 1,5 Millionen Euro im städtischen Haushalt eingestellt, um schnell handlungsfähig zu sein. „Jedoch werden wir in Gesprächen mit dem Tagebau-Betreiber RWE Power versuchen, das Geld zurückzubekommen“, so Martin Scheel.

(Report Anzeigenblatt)