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Über die Kandidatin fürs Sozialdezernat wird im Rat abgestimmt
„Hier wurde schon viel versucht“

Mönchengladbach (um). Das Riesen-Dezernat für Recht, Verbraucherschutz und Tiergesundheit, Soziales und Wohnen, Kinder, Jugend und Familie, Gesundheit und Altenhilfe soll mit einer jungen Frau besetzt werden. Dörte Schaller stellte sich am Donnerstag der Presse vor. Von Ulrike Mooz

Dörte Schaller, designierte Nachfolgerin des ausgeschiedenen Sozialdezernenten Dr. Michael Schmitz, hätte sich lieber erst allen Ratsparteien selbst vorgestellt. „Ich wollte es schaffen, dass die Fraktionen das nicht aus der Zeitung erfahren“, sagt sie. Das hätte immerhin fast geklappt. Aber vor dem noch ausstehenden Gespräch mit den Grünen, ist die Personalie dann doch durchgesickert.

Die 37-jährige Volljuristin wohnt in Bonn, hat zwei Kinder im Grundschul- und im Kindergartenalter und war schon als Schülerin für die SPD aktiv. Ihr Mann arbeitet als Politikwissenschaftler bei der Friedrich-Ebert-Stiftung. Schall setzte sich im Bewerbungsverfahren gegen elf andere Kandidaten durch und Durchsetzungsfähigkeit setzt auch SPD-Fraktionsvorsitzender Felix Heinrichs bei ihr voraus. Denn immerhin ist die Kandidatin zur Zeit Gewerkschaftssekretärin bei der IG BCE Mittlerer Niederrhein und dort unter anderem zuständig für Betriebsbetreuung, das heißt sie unterstützt Betriebsräte und handelt Tarifvertrage aus.

Sozial engagiert hat sich die Juristin vor allem in der SPD in den Bereichen Arbeits- und Sozialrecht und später als stellvertretende SPD-Vorsitzende in Bonn in den Bereichen Soziales und Arbeitsmarkt für Arbeitnehmerinnenrechte und die Teilhabe von Behinderten. Ehrenamtlich tätig war sie schon vorher als Schülerin und im Studium als Präsidentin des Studierendenparlamentes. „Ich bin eine, die sich lange To-do-Listen macht“, sagt sie. Und auf solch einer Liste ganz oben steht für Mönchengladbach neben dem demografischen Wandel und entsprechenden strukturellen Änderungen auch das Thema Kinderbetreuung. Nur so könne man junge Familien dazu bringen, in Mönchengladbach zu bleiben, sagt sie. In dem Bereich müsse aber noch ein bisschen umgedacht und das Angebot der Lebenswirklichkeit von jungen Familien angepasst werden, so die zweifache Mutter.

Mönchengladbach hat die gebürtige Ludwigshafenerin erst mit ihrer Bewerbung kennen gelernt. „Fußball ist das erste, was man hört“, sagt sie, und dann habe sie erstmal in einigen Büchern gelesen und eine Heimatsendung im WDR angesehen. Hier habe jeder Stadtteil seine eigene Identität und das sei schön. „Es ist wichtig, dass Mönchengladbach ein schöner Lebensraum ist“, sagt sie. Von ihrem zukünftigen Arbeitsplatz hat sie das Gefühl, dass hier schon ziemlich viel an neuen Ideen versucht wurde, umzusetzen. An der Linie wolle sie auch festhalten.

Die Große Koalition hatte sich im Vorfeld auf Dörte Schall geeinigt. Am 20. November wird im Rat abgestimmt.

Wenn Dörte Schall gewählt wird, ist ihr erster Arbeitstag der 2. Februar.

(Report Anzeigenblatt)