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„Müssen Hemmschwelle nehmen, die 110 zu wählen“

Mönchengladbach (df). In dieser Woche beteiligte sich auch die Polizei Mönchengladbach an der bundesweiten Aktion „Riegel vor“, um Bürger der Stadt für das Thema Wohnungseinbrüche zu sensibilisieren. Wichtigster Appell dabei: Die Hemmschwelle nehmen, die 110 zu wählen. Von David Friederichs

Hand aufs Herz: Rufen Sie bei jedem verdächtigen Auto in ihrer Straße und unbekannten Personen den Polizei-Notruf 110? Vielleicht, weil Sie denken, dass es kein Notruf ist und sich nicht trauen, damit die Polizei zu belästigen? Dann geht es Ihnen wie vielen anderen auch, doch wäre genau das Gegenteil der richtige Weg. „Wir müssen den Leuten die Hemmschwelle nehmen, die 110 zu wählen“, sagt Polizeipräsident Mathis Wiesselmann. Schließlich sei das eine der zentralen Aussagen, die die Polizei in dieser Woche den Bürgern vermitteln wollte. „Riegel vor – Sicher ist sicher“ heißt die landesweite Aktion zur Bekämpfung des Wohnungseinbruchs, an der sich auch die Polizei in Mönchengladbach beteiligt hat. Schließlich ist die Zahl der Wohnungseinbrüche im ersten Halbjahr 2015 wieder um fast 14 Prozent gestiegen, nachdem es in den beiden Jahren zuvor rückläufige Zahlen gab. Nordrhein-Westfalen ist eines der am meisten gebeutelten Bundesländer, gerade durch die Ballungszentren entlang von Rhein und Ruhr. Noch höher liegen die Zahlen aber in den Nachbarländern Niederlande und Belgien.

Oftmals sind es Einbrecherbanden, gerade aus Osteuropa, die durch die Lande ziehen und gleich an mehreren Orten aktiv sind. Umso wichtiger ist es, auch das direkte Umfeld zu sensibilisieren, aufmerksam zu sein und Verdächtige zu melden. Außerdem zeigt die Polizei in häufiger betroffenen Wohngebieten mehr Präsenz, wie Heike Moll, bei der Kriminalpolizei für den Opferschutz zuständig, zu berichten weiß. In Polizeiuniform mit Streifenwagen und mobiler Wache werden die Anwohner auch aktiv angesprochen. „Egal ob ein verdächtiger, unbekannter Wagen oder Leute, die nicht in die Wohngegend gehören – wir wollen alles wissen“, sagt Moll. Je schneller die Polizei über den Notruf 110 Bescheid bekommen würden, desto schneller könne man auch reagieren.

Wichtiger dritter Punkt ist die professionelle Sicherung der Wohnung oder des Eigenheims. Denn, so zeigt die Erfahrung, die Täter erkennen schnell, wie es um den Einbruchsschutz einer Immobilie bestellt ist. So blieb es bei den 683 Einbrüchen im vergangenen Jahr bei rund 40 Prozent beim Versuch.

(Report Anzeigenblatt)