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„Mein bisher bestes Buch“

„Mein bisher bestes Buch“
Jutta Profijt ist mit ihrem Roman „Unter Fremden“ für den Friedrich-Glauser-Preis 2018 nominiert. FOTO: Isabella Raupold
Mönchengladbach. Die Krimis und Romane von Jutta Profijt findet man längst bundesweit in den Bücherregalen. Ihr - wie sie selbst findet - bisher bestes Buch "Unter Fremden" ist jetzt vom "Syndikat" für den Friedrich-Glauser-Preis nominiert worden. Von Ulrike Mooz

Ob sie 2018 unter 417 eingereichten Kriminalromanen den besten geschrieben hat, weiß bislang nur die Jury. Die Krimiautorin Jutta Profijt selbst, muss sich noch bis zum 5. Mai in Geduld üben. Denn erst dann, anlässlich der Kriminalen in Halle an der Saale, wird das Geheimnis um den oder die Preisträgerin des Friedrich-Glauser-Preises gelüftet. Immerhin, unter die ersten fünf hat es die Mönchengladbacherin schon geschafft. "Es ist mein bisher bestes Buch", sagt Jutta Profijt, ein bisschen Hoffnung habe sie deshalb schon gehabt, nominiert zu werden.

Ihr neuster Krimi erzählt aus einer ungewöhnlichen Perspektive, aus der einer Syrerin in Deutschland. "Wir sind die Fremden in dem Roman", sagt Jutta Profijt: Die Hauptfigur, Madiha, ist eine Frau aus Syrien, die in einem Flüchtlingsheim am Niederrhein landet. Auf der Flucht half ihr Harun, ein junger Mann, der eines Tages spurlos aus der Flüchtlingsunterkunft verschwindet. Auf Drängen ihrer deutschen Betreuerin gibt Madiha eine Vermisstenanzeige bei der Polizei auf. Und sie begibt sich auch selbst auf die Suche nach Harun - in einer ihr fremden Welt, unserer.

Auf die Idee, ein Buch über das Fremdsein zu schreiben, ist Jutta Profijt schon vor der großen Flüchtlingswelle 2015 gekommen. Als Mitbegründerin des interkulturellen Gartens in Mönchengladbach stieß sie auf Menschen mit ausländischer Herkunft, die sich auch nach vielen Jahren in Deutschland noch fremd fühlten. "Das hat mich schockiert", sagt sie.

Bevor sie mit dem Roman loslegte, hat sie sich lange schlau gemacht über Krieg, Flucht, Terror, Islamismus und Geschichten von Flüchtlingen, hat Bücher gelesen und mit Flüchtlingshelfern und Geflüchteten gesprochen und herausgefunden, was für sie "normal" ist. "Ich fand den Perspektivwechsel total spannend", sagt Jutta Profijt.

(Report Anzeigenblatt)