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„Schmerz ist vergänglich“

„Schmerz ist vergänglich“
Beim Thai-Boxen gehören Schläge, Tritte sowie der Einsatz von Ellenbogen und Knietechniken mit dazu.
Mönchengladbach. Kristian Malocaj ist Mönchengladbachs bester Thai-Boxer. Der 20-jährige ist amtierender Deutscher Meister und fährt im Mai zur Weltmeisterschaft nach Schweden. Sein Ziel: der Titel natürlich. Von David Friederichs

Als Kristian Malocaj vor sieben Jahren aus Albanien nach Deutschland kam, war er ein traumatisierter Junge. In seiner Heimat wurde sein Vater ermordet, er floh zusammen mit seiner Mutter und seinem Bruder nach Mönchengladbach. Um die schrecklichen Erlebnisse zu verarbeiten, gab es nicht nur psychologische Hilfe, insbesondere der Sport half ihm. Vor rund drei Jahren ging er erstmals zum Thai-Boxen. „Ich habe erst ein Jahr privat trainiert, bevor ich Anfang 2014 zu Marco Hartmann gekommen bin“, sagt Malocaj. Hartmann, Trainer im Bujin Gym auf der Sophienstraße, erkannte schnell das außergewöhnliche Talent. „Kristian hat einen unglaublichen Ehrgeiz, so wie kaum ein anderer“, sagt der Trainer. Manchmal müsse er seinen Schützling sogar bremsen. Schnell stellten sich die ersten Erfolge ein. Titel bei Landesmeisterschaften im Amateur-Thai-Boxcen und im K1, später auch Deutsche Meistertitel in beiden Disziplinen. Erst im Januar holte er seinen letzten DM.-Titel im Thai-Boxen und darf nun vom 18. bis 29. Mai zur Weltmeisterschaft nach Scheden. Und die Ziele sind auch da hoch. Nichts weniger als der Titel zählt für den jungen Sportler. Am letzten Wochenende konnte er sich bei einem Turnier in Bremen sogar gegen erfahrene Profikämpfer behaupten. Einen Traum will sich der Auszubildende zum Analgenmechaniker in naher Zukunft noch erfüllen. Für drei bis vier Wochen will er ins Trainingslager nach Thailand und dort auch einige Profikämpfe bestreiten. Den Ehrgeiz und die Qualität dazu hat er.ß

(Report Anzeigenblatt)