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Astrid Jacobs und Stefanie Kloppert setzen in Mönchengladbach ausgebildete Therapiebegleithunde an Förderschule ein
„Unsere Hunde sind Eisbrecher“

Astrid Jacobs und Stefanie Kloppert setzen in Mönchengladbach ausgebildete Therapiebegleithunde an Förderschule ein: „Unsere Hunde sind Eisbrecher“
Astrid Jacobs (l.), Stefanie Kloppert und ihre Therapiebegleithunde Wally (l:), Natti (M.) und Maya besuchten unseren Verlag. FOTO: Christina Reineke
Mönchengladbach/Düsseldorf. Wally, Natti und Maya sind ein tierisches Trio und unschlagbar im Einsatz als Therapiebegleithunde an einer Förderschule in Düsseldorf. Von Christina Reineke

Schon die Benediktinerin Hildegard von Bingen brachte es mit einem Satz auf den Punkt und sprach damit wohl den meisten Hundebesitzern aus dem Herzen: „Gib dem Menschen einen Hund und seine Seele wird gesund.“ Mit dieser Weisheit kann man die Idee der beiden Lehrerinnen Astrid Jacobs und Stefanie Kloppert gut beschreiben. Als die beiden sich privat einen Hund anschafften, wollten sie diesen auch sinnvoll in ihren Unterricht an der Förderschule der Graf Recke Stiftung in Düsseldorf einsetzen. Möglich ist dies durch eine Ausbildung zum Therapiebegleithund - die unter anderem an der Familienbildungsstätte in Mönchengladbach angeboten wird. Nach kurzer Rücksprache und dem Einverständnis ihrer Schulleiterin, setzten sie den Plan in die Tat um. An fünf Wochenenden lernten sie ihre Hunde Wally, Natti (Vierbeiner von Astrid Jacobs) und Maya (Vierbeiner von Stefanie Kloppert) noch besser kennen und übten in Theorie und in Praxis mit den Vierbeinern verschiedene Tricks, die sie für ihren Unterricht nutzen können. „Die Lehrinhalte sind auf jeden Hund zugeschnitten - dabei geht es um das Wesen, die Größe und die Fähigkeiten des Hundes. Denn da ist jeder anders. Es war toll auch so viel über den Hund selbst zu lernen. In vielen Theoriestunden lernt man, wie man seinen Hund dann speziell in seinem Bereich als Therapiebegleithund einsetzt“, erklärt Kloppert. Die Ausbildung endet mit einer Prüfung für Mensch und Hund als Team, mit einem Eignungstest des Hundes, einer schriftlichen Klausur zu den Theorieinhalten der Ausbildung und einer Projektarbeit mit Videoreferat, in der der Hund drei erworbene Kompetenzen zeigen muss. Bei der Prüfung muss der Hund mindestens eineinhalb Jahre alt sein. Nach erfolgreicher Absolvierung erhalten die Teilnehmenden ein Zertifikat und sind berechtigt, den Titel „ Therapiebegleithunde-Team“ zu führen.

Das Zertifikat muss einmal im Jahr durch eine Nachkontrolle verlängert werden. Dies ist notwendig, da auch geprüfte Hunde sich durch Unfälle, Traumata oder Krankheiten in ihrem Verhalten ändern können und möglicherweise dadurch die Eignung nicht mehr gegeben ist.

Seit ihrer Ausbildung sind Wally, Natti und Maya ganz große Stars an der Förderschule in Düsseldorf, wo sie einmal die Woche für anderthalb Stunden in den Unterricht mit eingebunden werden. „Man darf nie vergessen, dass das für die Hunde Arbeit und damit auch anstrengend ist“, sagt Kloppert. Maya ist die Richtige für alles, was mit Motorik und Action zu tun hat. Als körperlich Größte der drei hält sie die Schüler mit gemeinsamen Slalom- oder Hürden-Läufen auf Trab. Wally und Natti hingegen sind auch gerne einfach mal Schmusehunde, die einen Ruhepol bilden. So zum Beispiel, wenn Astrid Jacobs eine Entspannungsübung mit den Kindern macht, bei der sie sich auf eine Matte legen und einer von ihr vorgelesenen Geschichte lauschen - Wally und Natti hören dann auch entspannt zu. „Wir arbeiten mit schwer verhaltensauffälligen Kindern, die oft geistig oder körperlich behindert sind, wodurch eben motorische und geistige Einschränkunken vorhanden sind. Unsere Hunde sind dann die Eisbrecher. Die Kinder haben emotionale und soziale Probleme und durch die Hunde fühlen sie sich besser. Einem Hund ist es egal, ob jemand behindert ist oder nicht, er schenkt ihm die gleiche Aufmerksamkeit und hört auf die Kommandos der Kinder genau wie auf meine“, so Jacobs. So stellen die Schüler Verknüpfungen her, schaffen es sich koordinierter zu bewegen, setzen gezielt Sprache ein und entspannen.

(Report Anzeigenblatt)