| 00.00 Uhr

Nur ein Zehntel stark im Internet aktiv/ Die Mehrheit erwartet 2015 stabile Entwicklung
„Von Krise aktuell keine Spur“

Mönchengladbach (um). Gut gefüllte Auftragsbücher aber unterdurchschnittliche Aktivitäten im Internet: Die Commerzbank hatte eine Studie über die Situation und Erwartungen von Freiberuflern, Gewerbetreibenden und Handwerkern in Mönchengladbach in Auftrag gegeben. Von Ulrike Mooz

Wie genau steht es um Freiberufler, Handwerker und Gewerbetreibende? das wollte die Commerzbank herausfinden und gab eine bundesweite Studie beim Meinungsforschungsinstitut Ipsos in Auftrag. Die Ergebnisse für Mönchengladbach stellten Rainer Richter, Mitglied der Geschäftsführung in Mönchengladbach, und Abteilungsdirektor Geschäftskundenberatung, Florian Thomas, am Mittwoch vor. „Das waren nicht Commerzbankkunden, die befragt worden sind. Die Befragung sollte wirklich einen repräsentativen Schnitt darstellen“, so Richter. In Mönchengladbach waren es 30 Personen, die befragt wurden, Kleinunternehmer vom Arzt über den Anwalt bis zum Handwerker. „Als Geschäftskunden gelten bei uns diejenigen bis 2,5 Millionen Euro Jahresumsatz“, so Rainer Richter, 7 000 davon betreut die Commerzbank in Mönchengladbach.

Die Beurteilung der wirtschaftlichen Entwicklung sehen die Befragten zwar überwiegend positiv, immerhin sehen 60 Prozent die Entwicklung als sehr gut oder stabil an. „Von Krise ist da aktuell keine Spur“, so Florian Thomas. Im deutschlandweiten Vergleich sind die Gladbacher aber die Pessimistischeren. 23 Prozent sehen eine sehr gute Entwicklung (bundesweit sind es 37 Prozent), die Lage als stabil sehen 37 Prozent der befragten in Mönchengladbach an (bundesweit 44 Prozent) und eine Verschlechterung nehmen in Mönchengladbach sogar 37 Prozent an (im Bundesdurchschnitt nur 18 Prozent). Dafür hat sich in Mönchengladbach mit 40 Prozent konkret die Auftragslage der Gewerbetreibenden und Freiberufler gegenüber 31 Prozent im Bundesdurchschnitt häufiger verbessert. Allerdings hat sich die Lage auch bei 27 Prozent - gegenüber 18 Prozent - verschlechtert. Den Ausblick auf 2015 sehen 60 Prozent der Befragten positiv, im Bundesdurchschnitt 71 Prozent. Bei den wichtigsten Problemen liegen die Mönchengladbacher mit der Angst vor der Internet-Konkurrenz mit 25 Prozent weit über dem Bundesdurchschnitt (11 Prozent). Eher gelassen sehen die Mönchengladbach die Gefahr durch private Schicksalsschläge (0 Prozent, bundesweit 5 Prozent) oder Arbeitsunfähigkeit (4 Prozent, deutschlandweit 8 Prozent). Kein Geld für notwendige Investitionen zu haben, gaben 11 Prozent an, im deutschlandweiten Durchschnitt 5 Prozent.

Einen Geschäftskredit in Anspruch nehmen möchten hier deutlich weniger (70 Prozent) als im Bundesdurchschnitt (54 Prozent). Dabei würden solche Kredite in einer Größenordnung von bis zu 100 000 Euro bei der Commerzbank fast immer genehmigt, so Florian Thomas.

Investieren wollen die Gladbacher mit 50 Prozent (gegenüber bundesweit 38) vornehmlich in die IT- und EDV-Bereiche, deren Wichtigkeit aber mit 47 und 63 Prozent niedriger eingestuft wird, als anderswo (50 und 65 Prozent). „Überwiegend im Internet aktiv“ sind die Gladbacher auffallend wenig (10 Prozent) gegenüber den Nachbarn in anderen Städten (21 Prozent).

(Report Anzeigenblatt)