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„Winnetou war nie mein Held“

Rheydt. Obwohl Ralf „Searge“ Pappers nie ein großer Fan des legendären Apachen-Häuptlings war, nahm er für eine Komparsen-Rolle am Casting zum RTL-Dreiteiler „Winnetou“ teil – und wurde genommen. Von Bert Stevens

„Da bewerbe ich mich doch einfach mal“, sagte sich der Rheydter Ralf „Searge“ Pappers, der durch einen Freund erfuhr, dass die ausführende Filmproduktion Rat Pack über Facebook Komparsen für den Winnetou-Dreiteiler sucht, den der Sender RTL in Kroation und in Hürth dreht. Der 53-Jährige fuhr unverzüglich nach Köln, wo das Casting stattfand.

„Winnetou und Old Shatterhand waren nie meine Helden, aber ich bin ein echter Western-Fan und in einer Karl May-Verfilmung wollte ich einfach mal dabei sein“, sagt Ralf „Searge“ Pappers, der sich, wie er ergänzt, noch mehr für das „Erlebnis Dreharbeiten“ interessierte. „Mich hat besonders interessiert, wie die Regie mit den Schauspielern arbeitet, wobei ich schon heute gespannt bin, wie das dann nachher im fertigen Film aussieht“, sagt Pappers.

Für zwei Drehtage war Pappers gebucht und kann von sehr anstrengenden Dreharbeiten erzählen: „Morgens um 10 Uhr ging es los und erst gegen 22 Uhr war Drehschluss. In diesem Zeitraum gehörte, wie das beim Film so üblich ist, das Warten zur Arbeitszeit. Und dieses Warten konnte auch schon mal Stunden dauern“, sagt Pappers, der sich aber während dieser Zeit nie gelangweilt hat. „Es tat sich immer was – und man hat sich hervorragend um uns Komparsen gekümmert!“ Und dann hieß es wieder: „Kamera läuft! Bitte!“

Lampenfieber gab es bei Ralf „Searge“ Pappers nicht, denn ihm war das Agieren vor der Kamera keineswegs fremd, hatte er dieses Gefühl doch schon 2009/10 kennengelernt, wo er, nachdem er beim Römerfest in Xanten vom Blitz getroffen und schwer verletzt wurde, nach seiner Genesung gern gesehener Gast in vielen Talk-Shows (unter anderem „Unter uns“, MDR) des deutschen Fernsehens war.

In der Szene, wo Ralf „Searge“ Pappers seinen Einsatz hat, geht es um eine Gerichtsverhandlung, die in einem Salon stattfindet. Zuerst war der Gladbacher für die Rolle eines Jury-Mitgliedes vorgesehen, „doch dann wurde ich einfach umbesetzt und verkörpere nun einen einfachen Bürger, der mit vielen anderen dieser Verhandlung beiwohnt und entsprechend zu reagieren hat“, sagt Ralf „Searge“ Pappers, der über seine „Umbesetzung“ nicht gerade glücklich scheint. Natürlich weiß Pappers, dass nicht alles „Gedrehte“ auch später im Film zu sehen sein wird. Vieles fällt selbstverständlich der gnadenlosen „Cutter-Schere“ zum Opfer. Pappers: „So kann es leicht passieren, dass man als Komparse, später im fertigen Film, nur für einen Sekundenbruchteil, oder auch gar nicht zu sehen ist.“ Aber selbst wenn es so wäre: Der Western-Fan würde sich jederzeit wieder für eine solche Rolle bewerben. Aber bis es mal wieder soweit ist, darf er noch sehr häufig in eine Westernkluft schlüpfen, denn Pappers ist in den Sommermonaten oftmals Gast bei sogenannten LARPs (Live Action Role Playing), die im ganzen Bundesgebiet stattfinden.

(StadtSpiegel)
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