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Arbeitslosenzahlen in Mönchengladbach sinken weiter - Qualifizierungsmaßnahmen greifen
„Zalando ist ein Glücksfall“

Mönchengladbach (df). Die Arbeitsagentur Mönchengladbach trotzt dem Trend: im Gegensatz zum Land Nordrhein-Westfalen ist auch im Dezember die Zahl der Arbeitslosen im Agenturbezirk gesunken. Auch die Jahresbilanz fällt positiv aus. Von David Friederichs

Auf den ersten Blick widersprechen sich die Zahlen: Obwohl 1,8 Prozent mehr Menschen aus Mönchengladbach in sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnissen stehen als noch Ende 2013, stieg auch die durchschnittliche Zahl der Arbeitslosen um 1,2 Prozent. Allerdings ist die Erklärung einfach. „Die Zahl der Menschen, die eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung haben, steigt seit Jahren stetig an, das ist ein sehr gutes Zeichen. Aber es möchten auch immer mehr Menschen eine Arbeit aufnehmen, beispielsweise Frauen nach der Familienphase. Der Zugang aus der sogenannten stillen Reserve ist ein Erklärungsansatz für die hohe Arbeitslosigkeit bei gleichzeitig steigender Beschäftigungsentwicklung“, erläuterte Angela Schoofs, Vorsitzende der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Mönchengladbach.

Während die Arbeitslosenquote im gesamten Agenturbezirk, zu dem neben Mönchengladbach auch der Rhein-Kreis-Neuss gehört, aktuell bei 7,7 Prozent (Dezember 2013: 8,2 Prozent) liegt, sind derzeit in Mönchengladbach 10,5 Prozent der Bevölkerung auf Arbeitssuche (2013: 11,3 Prozent). Besonders interessant ist dabei, dass die Arbeitslosenquote auch im Dezember noch sank. Denn normalerweise schießt diese gegen Ende des Jahres traditionell nach oben.

Grund für diese Dynamik sind in erster Linie die Neuansiedlungen von Unternehmen. So konnten an Zalando im Regiopark seit Oktober 2012 insgesamt 1531 Arbeitnehmer vermittelt werden. „1013 kamen dabei aus Mönchengladbach“, verdeutlicht Wolfgang Draeger, Geschäftsführer operativ der Agentur für Arbeit Mönchengladbach. 68 Prozent der Bewerber kamen dabei aus dem Rechtskreis SGB II, sind also ehemalige Hartz IV-Empfänger. „Zalando ist ein Glücksfall. Gerade für die Menschen mit weniger hoher Qualifikation ergaben sich hier Chancen“, erläutert Draeger. Etwas anders gestaltete sich das bei der Neuansiedlung des Möbelhauses Höffner in Neuss. Zwar kamen auch hier 38 der 256 vermittelten Arbeitnehmer aus Mönchengladbach, jedoch bestand hier ein deutlich höherer Qualifizierungsbedarf.

Dennoch zeigen beide Beispiele, dass die Qualifizierungsmaßnahmen der Arbeitsagentur, die sich über steigende Teilnehmerzahlen freuen, Früchte tragen. „Wir wollen weiter Menschen und Arbeit und Menschen und Ausbildung zusammenbringen“, so Schoofs. Maßnahmen, die auch im Jahr 2015 fortgeführt werden sollen.

Eine weitere Erfolgsmeldung aus dem abgelaufenen Jahr war auch der Rückgang der Jugendarbeitslosigkeit. Diese sank um mehr als 21 Prozent. Dennoch bleibt derzeit eine Zahl von 2204 arbeitslosen Jugendlichen unter 25 Jahren im Agenturbezirk. „Jeder einzelne davon ist einer zu viel“, so die Agenturchefin. Auch wenn für viele Ausbildungsberufe die Bewerbungsfrist bereits gelaufen sei, würde sich erfahrungsgemäß immer noch etwas tun. „Wir sind ehrgeizig. Wir wollen noch mehr Chancen gerade für junge Leute schaffen“, verspricht Schoofs.

(Report Anzeigenblatt)