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Adelbertus, der unbekannte Heilige

Adelbertus, der unbekannte Heilige
Autor Dr. Albert Damblon und Verlags-Geschäftsführer Norbert Neuenhofer stellten das Geschichtsbändchen vor. FOTO: Baum
Mönchengladbach (um). Ein Kirchenfenster ist ihm gewidmet und er liegt in der Krypta des Münsters beerdigt, doch trotzdem kennt ihn keiner: Albert Damblon hat über den heiligen Adelbertus geschrieben. Von Ulrike Mooz

Den heiligen Adelbertus kennt kaum noch einer in Mönchengladbach. „Wir haben einige Heilige, die inzwischen keine Rolle mehr spielen“, sagt Dr. Albert Damblon, ehemaliger Dompropst und Autor eines neu erschienen Bändchens „Die Geschichte des hl. Adelbertus“. Über Adelbertus geschrieben hat er deshalb, weil dessen Geschichte Thema eines der bunten Kirchenfenster des Ulmer Glaskünstlers Wilhelm Geyer in der Martinskapelle des Münsters ist und weil Adelbertus, obwohl nie zum Orden des Gladbacher Klosters gehörend, in der Krypta des Münsters begraben ist. Das kleine Heftchen – das Dritte in einer Reihe des B. Kühlen-Verlags, erzählt die Geschichte eines Mannes, der für die Gladbacher Bevölkerung wirklich wichtig war. Der Ritter des zwölften Jahrhunderts bekam Kost und Logis im Gladbacher Kloster und diente als Berater. Über die Jahre geriet er in Vergessenheit. Lediglich die Sage vom Teufel, der auf seinem Sarg Karten gespielt und Wein getrunken haben soll, mag manchen noch geläufig sein.

Recherchiert hat Damblon vor allem in den Unterlagen, die der Historiker Hans Bange hinterlassen hat. „Die Geschichte des heiligen Adelbertus“ ist Teil einer Reihe, zu der auch „Die Geschichte des hl. Benedikt“ und die „Die Geschichte des Sankt Martin“ gehören. Auch sie sind Teil des Fensterschmucks der Martinskapelle. Jetzt steht noch die Geschichte des heiligen Sandrad aus und obwohl Norbert Neuenhofer auch dazu grünes Licht gegeben hat, steht dem Autor noch ein Hindernis im Weg: „Die Gründungsgeschichte des Klosters, bei der er eine Rolle gespielt hat, ist umstritten“, sagt Damblon. Büchlein Nummer vier muss also noch ein wenig warten.

(Report Anzeigenblatt)