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Am Einbruchstelefon: Die Polizei und der Pilzkopf

Am Einbruchstelefon: Die Polizei und der Pilzkopf
Kriminalhauptkommissar Peter Kiewitt beriet unsere Leser am Stadt  Spiegel-Telefon, unter anderem über den Pilzkopf (r.). FOTO: schrö
Mönchengladbach. Die Einbruchsseuche bewegt unsere Leser und sie haben Kriminalhauptkommissar Peter Kiewitt viele Fragen gestellt, wie man sich schützen kann. Die Antworten des Präventionsexperten kamen ruhig, sehr kompetent und drehten sich auch um den „Pilzkopf“, das Element eines einbruchshemmenden Fensters. Von Klaus Schröder

Unsere Leserin

Gisela Isla

hat schon viel für die Sicherheit ihres Hauses getan, Bewegungsmelder, Licht und Gittertüren - aber Peter Kiewitt muss ihr sagen: „Fensterschlösser allein reichen nicht aus.“ Man müsste Teile davorsetzen oder die ganzen Fenster richtig nachrüsten. Welchen Anbieter man nehmen könnte? Im Internet gibt es eine Auflistung von vertrauenswürdigen Firmen, die eine Kooperation mit der Polizei eingegangen sind. „Vielleicht kann Ihnen Ihre Tochter dabei helfen?“

Gudula Hartung

möchte wissen, was sie tun kann, wenn in einem Drei-Familien-Haus in Parterre immer das Fenster auf Kipp offen gelassen wird. „Ich habe Angst, dass Einbrecher darüber ins Haus kommen.“ Sie solle noch einmal den Hausverwalter ansprechen, rät Kiewitt, auch wenn das beim ersten Mal nicht erfolgreich war.“ Manfred

Elspass

stellt die Frage, ob wirklich das Abschließen der Haustür in Mehrfamilienhäusern zur Disposition steht? Peter Kriewitt antwortet: „Ja, es gibt tatsächlich ein Gerichtsurteil, dass so ausgegangen ist: Brand- geht vor Einbruchschutz.“ Doch darauf könnte man gut mit technischer Innovation reagieren. „Verwenden Sie ein Sicherheitseinsteckschloss mit automatischer Verriegelung.“ Das funktioniert so: Man zieht die Tür zu und sie ist verriegelt, als hätte man zweimal abgeschlossen. Von innen lässt sie sich öffnen durch einfaches Klinkenrunterdrücken. Gerda Schiffer fragt, was man schnell tun könnte? „Heute Morgen hat man die Wohnung meiner Nachbarin verwüstet.“ Der Polizist rät zu einem Sperrbügel an der Eingangstür. „Das traditionelle Kettchen ist out.“ Christian Laufer hat schon mal etwas von Pilzköpfen gehört. „Was ist das eigentlich?“ Seine Türen hat er gesichert, seit er vor Jahren mal Opfer eines Einbruchs wurde. Was tun bei den Fenstern? Peter Kriewitt erklärt: „Normalerweise ist das Fenster von walzenförmigen Rollzapfen gesichert. Mit einem 40 Zentimeter langen Schraubendreher erreicht der Einbrecher tausend Kilo Hebelkraft und in zehn Sekunden ist das Fenster auf.“ Bei Pilzkopf gesicherten Fenstern verhakt sich die Krempe der Rolle (die von der Seite wie ein Pilzkopf aussieht) in einer Nut und verhindert das Aufhebeln.

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(StadtSpiegel)