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Elterngruppe Kleeblätter 21 e.V. mit Infostand am 21. März zum Welt-Down-Syndrom Tag
Angst nehmen, Freude zeigen

Elterngruppe Kleeblätter 21 e.V. mit Infostand am 21. März zum Welt-Down-Syndrom Tag: Angst nehmen, Freude zeigen
Zusammen mit ihren Kindern wollen die Mitglieder des Vereins Kleeblätter 21 am kommenden Samstag am Alten Markt über das Thema Trisomie 21 informieren. FOTO: Andreas Baum
Mönchengladbach. Am kommenden Samstag präsentiert sich der Verein Kleeblätter 21 mit einem Info-Stand von 9 bis 14 Uhr am Alten Markt. Die Mitglieder wollen über das Down-Syndrom aufklären und für Inklusion werben. Von David Friederichs

Für Simone Jelinek war die erste Diagnose ein Schock. Eine halbe Stunde nach der Geburt ihrer Tochter Antonia kamen die Ärte zu ihr ans Bett. In dem Moment hatte ihr Mann Markus bereits geahnt, dass ihre Tochter anders ist, als die beiden Kinder zuvor. „Man hat den Ärzten angemerkt, dass sie nicht so recht wussten, wie sie uns beibringen sollten, dass unser Kind unter dem Down-Syndrom leidet“, erinnern sich die jungen Eltern. Beide hatten im Vorfeld nichts geahnt, umso schwieriger war es, die Diagnose zu verarbeiten. „Ich fühlte mich wie in einem Schwebezustand, habe gedacht, ich würde das alles nur träumen. Es war ein schreckliches Gefühl“, erinnert sich Simone Jelinek. Aufgrund eines zusätzlichen Herzfehlers musste die kleine Antonia sogar auf die Intensivstation.

Aus dem ersten Schockzustand wurde eine gewisse Hilf- und Ratlosigkeit. Eine Woche musste Antonia im Krankenhaus bleiben. „Wir haben uns im Internet informiert und sind auf den Verein Kleeblätter 21 gestoßen“, erinnert sich Simone Jelinek. Hier habe man schnell gemerkt, dass man nicht alleine sei mit dieser Diagnose. „Es war unglaublich wichtig, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen. Es gab handfeste Tipps“, so die junge Mutter.

Im Frühjahr 2014 hatte sich der Verein aus einer Elterngruppe heraus gegründet, mittlerweile 36 Mitglieder sind aktiv dabei. Ziel des Vereins ist es, jungen Familien, wie den Jelineks (Markus Jelinek gehört mittlerweile dem Vorstand an), individuelle Beratung und Hilfestellung zu geben, Aufklärung zu betreiben und insbesondere das Thema Inklusion in Kindergärten, Schulen, Vereinen und Gesellschaft voranzutreiben. „Wir wollen die Freude, die wir mit unseren Kindern erfahren, weitergeben. Wir wollen Berührungsängste abbauen und vor allem Eltern helfen, den Schock der ersten Tage nach der Geburt eines Kinder mit Trisomie 21 zu bewältigen und wieder Normalität zu erlangen,“ sagt Andrea Liebert, die ebenfalls eine Tochter mit Down-Syndrom hat.

Die Besonderheit bei Menschen mit Trisomie 21 liegt in der genetischen Zusammensetzung der Zellen. Statt der üblichen 46 Chromosomen, ist das 21. Chromosom dreifach vorhanden. Unter etwa 700 Geburten befindet sich ein Baby mit Trisomie 21.

Dass die Kinder trotz des genetischen Defekts unglaublich liebevoll, sensibel und empathisch sind, diese Erfahrung können alle Eltern des Vereins Kleeblätter 21 nur teilen. Um dies und den Verein auch einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen, gibt es am kommenden Samstag, 21. März, von 9 bis 14 Uhr einen Infostand am Alten Markt. Dieses Datum steht weltweit für den Welt-Down-Syndrom Tag. Die Mitglieder wollen dabei ins Gespräch kommen, bieten Kinderschminken an, verteilen Luftballons, Infobroschüren und kleine Bücher über das Down-Syndrom.

(Report Anzeigenblatt)