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Auf literarische Reise gehen

Auf literarische Reise gehen
Freuen sich auf den Literarischen Sommer: Arno van Rijn, Projektleiter für Mönchengladbach und Brigitte Behrendt, Leiterin der Stadtbibliothek Mönchengladbach. FOTO: Andreas Baum
Mönchengladbach (cc). Bis Anfang September findet zum 16. Mal das binationale Literaturfestival „Literarischer Sommer“ statt. In Mönchengladbach dürfen sich die Zuhörer auf drei Lesungen freuen. Von Christina Reineke

Mehr als 25 Lesungen deutscher und niederländischer Autoren in acht Städten: Auch in diesem Jahr hat der Literarische Sommer einiges zu bieten und lässt die Zuhörer neue (Lebens-)Welten erleben. An bekannten und unbekannten, an traditionellen und ungewöhnlichen Orten unterhalten, diskutieren und präsentieren die Gastautoren ihre Geschichten. „Das Thema Reisen zieht sich durch alle Veranstaltungen. Damit sind Reisen aber nicht nur im geografischen Sinne, sondern auch im Sinne von Lebensentwicklungen gemeint. Da der Literarische Sommer in sechs niederrheinischen und zwei niederländischen Städten stattfindet, können die Zuhörer so ebenfalls auf eine Reise gehen“, sagt Brigitte Behrendt, Leiterin der Stadtbibliothek Mönchengladbach. Alle Bücher, die vorgestellt werden, können auch in der Stadtteilbibliothek ausgeliehen oder teilweise online als eBook heruntergeladen werden.

Start in Mönchengladbach ist am 14. Juli in der Stadtteilbibliothek Rheydt mit dem niederländischen Erfolgsautor Tommy Wieringa, der aus seinem aktuellen Roman „Eine schöne junge Frau“ liest. In den Niederlanden bedanken sich die Buchhändler bei ihren Lesern mit einem eigens für die „Woche des Buches“ geschriebenen kleinen Werk. Die Auszeichnung, dieses Geschenk schreiben zu dürfen, gilt als Nobelpreis der Niederlande. Für diese Aktion verfasste Wieringa 2014 den Roman über einen erfolgreichen und selbstbewussten Virologen im besten Alter, dessen Leben ins Wanken gerät, als er eine „Trophy Wife“ heiratet.

Am 29. Juli geht es in der Zentralbibliothek Mönchengladbach, im Carl-Brandts-Haus, weiter mit dem Hamburger Bestsellerautor und Übersetzer Michael Kleeberg, der den zweiten Teil seiner Trilogie präsentiert, der den Titel „Vaterjahre“ trägt. Der erste Teil „Karlmann“ über Charly Renn, der eigentlich Karlmann Renn heißt, war ein voller Erfolg. In „Vaterjahre“ ist Renn auf der Karriereleiter weit nach oben geklettert und plagt sich nun, mit Mitte 40, mit Selbstprüfungen und Selbstbestätigungsversuchen.

Die dritte Veranstaltung in Mönchengladbach ist eine besondere, da es sich um eine Ringlesung handelt. Auf 845 Seiten dokumentierte der niederländische Schriftsteller J. J. Voskuil in dem Buch „Das Büro. Direktor Beerta“ Alltag – und schlimmer noch: Büroalltag. In den Niederlanden gab es einen regelrechten Hype mit Schlangenbildungen vor den Buchhandlungen um das insgesamt achtbändige Werk des Autoren. Mittlerweile sind die Bände 1 bis 3 auch in Deutschland und auf deutsch erhältlich. Da Voskuil 2008 verstarb, wird die Ringlesung von verschiedenen regionalen Schauspielern vorgetragen und in jeder Stadt ein Kapitel. So kann man der Geschichte im wahrsten Sinne des Wortes „folgen“. Beginn ist in Krefeld am 30. Juli, das zweite Kapitel folgt am 12. August im Theatercafe Linol am Theater in Rheydt. Weiter geht es in Aachen, Neuss und Düsseldorf. In Krefeld und Mönchengladbach liest Ronny Tomiska.

(Report Anzeigenblatt)