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Verona: Extra-Tipp Mitarbeiterin Simone Krakau besuchte den Ort der berühmten Liebesgeschichte
Auf Romeos und Julias Spuren

Verona. Verona zählt zu den schönsten Städten Italiens. Mitarbeiterin Simone Krakau besuchte die Stadt, die neben ihrer Geschichte um Romeo und Julia noch viel mehr zu bieten hat. Von Freier Mitarbeiter Rab Mönchengladbach

Die Sonne genießen, schwimmen gehen und einfach die Seele baumeln lassen. Eine Woche lang machen meine Freunde und ich Urlaub in Bardolino am Gardasee. Zu viert teilen wir uns ein Bungalowzelt, samt Küchenzeile und richtigen Betten: also Camping deluxe. Doch nach ein paar Tagen faulenzen sind wir bereit, für einen Tag Kultur mit allem Drum und Dran. Da bietet sich die literarische Heimatstadt eines der berühmtesten Liebespärchen der Welt super an. Die Stadt, die durch Shakespeares Tragödie „Romeo und Julia” weltweit berühmt geworden ist. Seit dem Jahre 2000 gehört die Altstadt Veronas nun auch zum Weltkulturerbe.

Nur ungefähr 30 Kilometer trennen Bardolino von Verona. Mit kühlen Getränken bewaffnet und die Klimaanlage voll aufgedreht, machen wir uns auf Richtung Verona. Nach ein wenig Sucherei finden wir dann auch endlich einen Parkplatz und versuchen uns erst einmal zu orientieren. Ein paar hundert Meter weiter scheinen wir schon im Kern des Geschehens angekommen zu sein, denn das mittelalterliche Flair der Altstadt Veronas ist nicht mehr zu übersehen. Wir starten unsere Reise in die Vergangenheit am Piazza Brà, an dem sich das bunte Leben Veronas abspielt und die zahlreichen Straßencafés mit ihren weitläufigen Terrassen zum Verweilen einladen. Auf dem Platz befindet sich auch das Amphitheater. Die noch sehr gut erhaltene römische Arena wurde etwa im Jahr 30 nach Christus erbaut. Neben dem Kolosseum in Rom und der Arena von Capua, ist diese das drittgrößte der erhaltenen Amphitheater. Wo damals die Gladiatoren gegeneinander kämpften, werden nun im Sommer regelmäßig Opernaufführungen gezeigt. Auch wenn wir keine Tickets für solch eine Aufführung haben, wollen wir uns den Blick ins Innere nicht nehmen lassen. Für 4 Euro dürfen wir die Arena betreten. Durch die kühlen Gänge im unteren Bereich finden wir unseren Weg zu den zahlreichen Rängen. Und der Blick ist wirklich beeindruckend. Richtig klein kommen wir uns in der riesigen Arena vor, die insgesamt Platz für 22.000 Zuschauer hat. Bei 30 Grad im Schatten, schleppen wir uns die Stufen hoch, um auch noch die Aussicht über die Dächer genießen zu können.

Bei einer großen Kugel Eis wandern wir die Via Mazzini entlang, eine belebte und enge Gasse, vorbei an unzähligen Modegeschäften, Restaurants und gemütlichen Cafés. Vorbei am Stadttor Porta Borsari, dem besterhaltenen römischen Bauwerk, gelangen wir zum Piazza delle Erbe. Rund um den Brunnen mit der römischen Statue „Madonna Verona” findet buntes Markttreiben statt. Von kitschigen Souvenirs, über Lederwaren, bis hin zu vielen Leckereien ist hier für jeden etwas dabei.

Und nur wenige Schritte weiter auf der Via Capello, im Innenhof der Hausnummer 23, gelangen wir zum Haus der Julia. Die Geschichte Veronas ist eng verbunden mit Shakespeares Romeo und Julia. Die beiden unglücklich Verliebten sollen dort gelebt und gelitten haben. Für Touristen wie uns steht ein Teil des Hauses nun zur Besichtigung zur Verfügung. Auf den Spuren von Romeo und Julia sozusagen. Doch nicht nur wir hatten die Idee auf den Spuren der beiden zu wandeln. Der Hof vor dem Balkon ist voller Touristen und die Schlange, die sich vor dem Eingang des Balkons befindet, endlos lang. Wir entscheiden uns dann doch für die Rolle des Romeos, bleiben auf dem Hof und schauen uns den Balkon von unten an. Auch eine Bronzestatue von Julia befindet sich hier – angeblich solle es Glück bringen, die Brust dieser zu berühren. Das lassen wir uns nicht zweimal sagen und greifen zu.

Die Wände um uns herum sind voller Briefe mit Liebesschwüren. Ein Tor haben die Touristen genutzt, um dort Schlösser mit ihren Initialen dranzuhängen und sich so dort zu verewigen.

Wir kommen noch an sämtlichen kleinen und großen Kirchen vorbei, werfen auch das ein oder andere Mal einen Blick hinein, machen uns dann nach ein paar Stunden wieder auf zum Auto und verlassen die elegante Stadt, die uns mit ihrem Charme gekriegt hat. Den Rucksack voller kultureller Eindrücke fahren wir wieder Richtung Bardolino und freuen uns auf eine Abkühlung im Gardasee – so ein Städtetrip kann ganz schön anstrengend sein.

(Report Anzeigenblatt)