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Auf Tuchfühlung mit der Natur

Auf Tuchfühlung mit der Natur
Jeder kennt ihn: Heinz Sielmann war der Vorreiter in Deutschland für filmische Tierdokumentationen. FOTO: Heinz Sielmann Stiftung
Mönchengladbach (pmg). Am Freitag wäre der in Rheydt geborene und vor allem als Tierfilmer bekannte Heinz Sielmann 100 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass gibt es eine Briefmarken-Neuausgabe. Von der Redaktion

Den meisten ist Heinz Sielmann sicherlich noch im Zusammenhang mit der von ihm moderierten ARD-Reihe „Expeditionen ins Tierreich“ ein Begriff. Er selbst hatte das Format, das bis Anfang der Neunziger lief, konzipiert. Zu sehen gab es dort natürlich Tierdokumentationen. So ist Sielmann, der 2006 verstarb, doch selbst ein weltweit anerkannter und mehrfach ausgezeichneter Tierfilmer gewesen.

Die Leidenschaft für Tiere und die Natur zeigte sich bei ihm schon früh. Mit dem Erhalt seiner ersten Filmkamera im Jahr 1938 entstand direkt sein erster Film „Vögel über Haff und Wiesen“. Zwölf Jahre später kam der erste Film in die Kinos: „Lied der Wildbahn“. Weitere Erfolge folgten mit „Herrscher des Urwalds“ (1957), „Galapagos“ (1963) und „Lockende Wildnis“ (1969). Seine Arbeit zeichnete dabei vor allem aus, dass er nicht nur schöne Tierbilder machen wollte, sondern dass er das natürliche Verhalten der Tiere in ihrem Lebensraum vermittelt hat.

Heinz Sielmann wurde am 2. Juni 1917 in Rheydt geboren. Hier arbeitete sein Vater als Chemiker in einem Kabelwerk. 1924 zog die Familie nach Königsberg in Ostpreußen, wo Dr. Paul Sielmann eine Elektro- und Baustoffhandlung gründete. Dort zeigte sich schon Sielmanns Begeisterung für Vögel. Was allerdings für wenig Begeisterung bei seinem Vater sorgte, da sein Sohn der Beobachtung der Tiere mehr Aufmerksamkeit schenkte als der Schule. Anders aber seine Mutter, sie schenkte ihrem Sohn eine Mentor-Spiegelreflexkamera.

Neben seiner filmischen Tätigkeit veröffentlichte Sielmann auch mehr als 30 Bücher, darunter seinen autobiografischen Bildband „Mein Abenteuer Natur“. Seine Bücher, seine Auftritte in Fernsehsendungen und öffentliche Auftritte, wie zum Beispiel als Honorarprofessor an der Ludwig-Maximilians-Universität München, nutzte er dabei auch immer, um für den Naturschutz Aufmerksamkeit zu bekommen.

Zeit seines Lebens setzte sich Heinz Sielmann auch für die Erhaltung und Schaffung von naturnahen Lebensräumen für gefährdete Tier- und Pflanzenarten ein. Für dieses Engagement erhielt er 1977 die Goldene Blume von Rheydt.

Um dem Engagement Nachhaltigkeit zu verleihen, gründete er 1994 zusammen mit seiner Ehefrau Inge Sielmann die Heinz Sielmann Stiftung, die bis heute unter dem Leitsatz „Naturschutz als positive Lebensphilosophie“ tätig ist.

Heinz Sielmann verstarb am 6. Oktober 2006 in München. Er hat seine letzte Ruhestätte in Duderstadt auf Gut Herbighagen in der Franz-von-Assisi-Kapelle.

Die 45-Cent-Briefmarke zu seinem

100. Geburtstag gibt es seit Donners

tag zu kaufen.

(Report Anzeigenblatt)