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Ausstellung eines „Bildermachers“

Ausstellung eines „Bildermachers“
„1000 Fragen und nur eine Antwort“ – die goldene Wand zählt zum Themenblock „Glaube“ in Horst Schleichers Ausstellung. FOTO: csa
Korschenbroich (csa). Unter dem Motto „Quatttro – 4 Wände, 4 Themen“ zeigt ab sofort Horst Schleicher ausgesuchte Werke im Korschenbroicher Kulturbahnhof. Ein Besuch lohnt sich. Von Klaus Schröder

Horst Schleicher, der sich ungern „Künstler“ nennt, eher „Bildermacher“, lässt den Betrachter in sein Leben schauen. Die ausgestellten Werke beziehen sich auf die Themenblöcke Heimat, Migration, Glaube und Selbst und jeder Bereich hat auch einen eigenen Botschafter. Beim Thema „Heimat“ ist es beispielsweise Bürgermeister Marc Venten, der auch zur Eröffnung vorbeischaute. Und zum Thema „Glaube“ wählte Schleicher seine werte Gattin Elisabeth, weil: „Unter anderem glaubt sie an mich“, wie er schmunzelnd dem Vernissage-Publikum verriet.

„Meine Kunst soll nicht gefallen“, sagt Schleicher. Eher soll sie Fragen aufwerfen und Antworten geben. Auch hinterfragen. Wenn man sich beispielsweise Schleichers „Lebensabschnitte“ anschaut: Vier Rollenbilder (je 100x68 Zentimeter), textlich ummantelt mit Hermann Hesses „Wenn es einmal geschähe, dass ein Mensch ein Menschenleben von seinem Beginn bis zum Ende aufschreiben würde“. Der Bildermacher ergänzt auf einer eng beschriebenen DIN-A4-Seite „Was mir durch den Kopf ging als ich ,Lebensabschnitte’ gemacht habe“. Quasi ein „Making of“. Zusehen ist auch eine goldene Wand mit der Botschaft „1000 Fragen und nur eine Antwort“. Oder der Bilderzyklus „Heim(at)“. Große und kleine Werke, ein- und zweidimensional. Spannend allemal.

Kuratiert hat die Ausstellung im Übrigen Horst Schleichers Freund Robert Jordan, der Gründervater des Netzwerks „Künstler in Korschenbroich“. Jordan kümmert sich auch um das Glehner Heimatmuseum und um die Wirtschaftsförderung.

Ansonsten weiß Horst Schleicher sicher: „Stillos zu sein ist auch ein Stil – und den verfolge ich gerne.“ Und wenn man noch Informationsbedarf zu den Themen der Ausstellung habe, so rät der „Kein-Künstler“, solle man zum Thema Glaube mal wieder in die Kirche gehen. Oder zum Thema Heimat in den Kulturbahnhof. In diesem Sinne.

(StadtSpiegel)