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Backen will gelernt sein

Backen will gelernt sein
Einen leckeren Schokokuchen selbst zu machen – ohne Backmischung – ist gar nicht so schwer. Vanessa Lauer (rechts) zeigt Katharina (links) und Yvonne wie es geht. FOTO: Andreas Baum
Mönchengladbach. Zum Kochkurs zu gehen, gehört für viele zum guten Ton, Backkurse dagegen werden meist mit „ach, backen kann doch jeder“ abgetan. Das Gegenteil beweist Vanessa Lauer, gelernte Bäckerin, die Menschen vor allem die Grundlagen (aber auch Feinheiten) des Backens beibringt. Denn: So einfach ist das alles gar nicht. Von Yvonne Simeonidis

Ihren Beruf als Bäckerin und Ausbilderin kann Vanessa Lauer leider nicht mehr ausüben, eine Mehlstauballergie machte ihr da einen Strich durch die Rechnung. Von der Leidenschaft fürs Backen konnte sie aber trotzdem nicht lassen.

Die Idee, privat Backkurse anzubieten, entstand beim Einkaufen: „Ich stand im Supermarkt und bekam mit, wie sich ein Pärchen darüber stritt, welche Backmischung denn nun die beste sei und konnte nur den Kopf schütteln. Da wurde mir klar, dass bei vielen wirklich die Grundlagen fehlen. Ein leckerer Schokokuchen zum Beispiel ist so einfach. Man muss nur wissen wie.“ Die Idee zu „Vanessa backt“ war geboren.

Wer Vanessa Lauer zu sich zum Backen einlädt, bekommt von ihr ein Rundum-Paket. „Ich kläre vorher ab, was gebacken werden soll und was die Leute lernen möchten“, erklärt Vanessa Lauer, „frage nach vorhandenem Equipment wie Ofen oder Küchengeräten. Die Zutaten bringe ich mit.“

Los geht es bei den Backkursen immer mit einer kleinen Warenkunde, sie zeigt Techniken und vermittelt Basiswissen. „Aber kein Rezept!“ betont die junge Bäckerin, denn: „Wenn man die Basis beherrscht, ist alles ganz easy.“ Besonders freut sie sich immer dann, wenn bei den Backschülern der „Aha-Effekt“ kommt, „das ist richtig klasse“. Am meisten Spaß habe man in einer kleinen Gruppe von drei bis fünf Leuten. „So ein kleiner Kurs bei dem man vielleicht Waffeln, Muffins oder einen Schokokuchen backt, eignen sich auch super für Junggesellinnenabschiede oder Geburtstage.“

Vanessa Lauer sorgt aber auch für den Feinschliff. „Ich helfe jedem gerne weiter, ob Anfänger oder Fortgeschrittenem. Ob es nun darum geht Basiswissen zu vermitteln oder zu zeigen, wie man mit Glasur und Schokolade schreibt – kein Problem.“ Die Mehrzahl möchte aber tatsächlich die Grundlagen lernen. Da wird dann auch gezeigt, wie man am besten Schokolade schmilzt und dass sie nie wärmer als Körpertemperatur sein darf. Ganz wichtig ist auch die Vorbereitung: „Die Zutaten müssen immer Zimmertemperatur haben. Also: Alles rechtzeitig aus dem Kühlschrank holen.“

Mit ihrer „Backschule“ kommt sie zu ihren Schülern ins Haus. „In den eigenen vier Wänden verlieren die Leute schneller die Scheu und es lernt sich lockerer“, weiß Lauer. Sie bezeichnet sich selber als Traditionalistin und „Old School“, wenn es ums Backen geht. „Hypes kommen und gehen, das Handwerk bleibt“, zuckt sie lächelnd die Schultern. Das habe sie auch in der Ausbildung gesehen, wo es auf einmal einen Run auf den Konditorberuf gab, weil Cupcakes gerade in waren. „Das hatte sich aber auch schnell wieder erledigt.“

Ihr macht es einfach Freude, die Leidenschaft am Backen weiterzugeben – und nicht nur an Frauen, wie sie betont, „Männer sind in meinen Kursen selbstverständlich willkommen“.

(Report Anzeigenblatt)