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Bald neuer Standort

Bald neuer Standort
Fotomontage vom Standort des Stadtkasseportals.
Mönchengladbach (pmg/sp). Das Stadtkasseportal ist bald Brückenkopf zwischen Innenstadt und Theater. Der neue Standort ist an der Odenkirchener Straße/Ecke Moses-Stern-Straße. Von der Redaktion

Das Stadtkasseportal, das bei der Umgestaltung des Rheydter Marktplatzes und der Neugestaltung des Eingangsbereichs zum Rathaus weichen musste, hat einen neuen Standort gefunden. Es wird bis Herbst diesen Jahres auf einer Freifläche an der Odenkirchener Straße/Ecke Moses-Stern-Straße errichtet und soll als „Brückenfunktion“ zwischen der Rheydter City und dem Theater dienen. So formulierte es Theaterfotograf Matthias Stutte in der Sitzung der Bezirksvertretung Süd bei der Vorstellung des künstlerischen Gestaltungsentwurfs für das tonnenschwere Portal, das derzeit noch eingelagert auf dem städtischen Bauhof am Fleener Weg auf seine weitere Bestimmung wartet.

Wer also zukünftig nach der Wiedererrichtung von der Innenstadt aus kommend den Fußweg zum Theater beschreitet, wird automatisch durch das Portal geleitet. Umgekehrt ebenso, allerdings bekommt er dann noch eine besondere „Fußnote“ mit auf den Weg, die zum Schmunzeln anregen wird: Über dem Portal leuchtet als „künstlerisches Zitat“ und Gegenpol zum „Real“-Kaufhaus gegenüber der rote Schriftzug „irreal“. Matthias Stutte betrachtet dies als „Kommentar“ des Theaters auf die Realität. „Es entsteht ein Spannungsfeld zwischen irrealer Theaterwelt und realer Welt“, führt er aus.

Die Grundidee des vorliegenden Entwurfs liegt in der Vermittlung und Provokation zwischen der ,realen‘ Welt mit dem Kaufhaus Real und dem Theater als Ort der ,Irrealität‘, aus deren Begegnung etwas ganz Neues, Eigenes an diesem Ort entsteht. „Diese doppelsinnige Polarität regt nicht nur zum individuellen Gedankenspiel an, sondern kann von jedem Einzelnen auch selbst inszeniert und ‚mitgespielt‘ werden, indem er den Gang durch den Torbogen geht“, erläuterte Matthias Stutte. Darüber hinaus zeigt die Rückseite des Portals ein Szenenbild aus dem Stück „Die Orestie“, dem ältesten ganz erhaltenen deutschen Theatertext der Literatur, der auch als die „Erfindung der Demokratie“ gilt. Eine Infotafel neben dem Portal, das in den Nachtstunden von beiden Seiten angestrahlt werden soll, erläutert dem interessierten Bürger zukünftig die Zusammenhänge.

Gregor Bonin, Technischer Beigeordneter der Stadt, zeigt sich von der Idee begeistert. „Hier wird nicht nur ein Erinnerungsstück aufgestellt, sondern gleichzeitig mit Kreativität und Hintersinn Kunst im öffentlichen Raum geschaffen, die zum Nachdenken und offenen Diskurs anregt und das städtebauliche Umfeld zudem auch noch attraktiver macht“, freut er sich. Die Bezirksvertretung West stimmte dem Gestaltungsentwurf einstimmig zu.

(Report Anzeigenblatt)
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