| 14.23 Uhr

Bares ist nicht das einzig Wahre

Bares ist nicht das einzig Wahre
Mönchengladbach. Die Kassiererin schiebt den Schokoriegel über den Scanner, lächelt freundlich: "99 Cent". Der junge Mann hält sein Smartphone an den Bezahlterminal, lehnt den Kassenbon ab und ist schon draußen. Kein Kramen im Portemonnaie, keine Sucherei nach der Kreditkarte, kein umständliches Eingeben von PIN oder der Unterschrift für Minimalstbeträge, keine Warterei für die anderen in der Schlange. Von Ulrike Mooz

So manch einer fühlt sich von den technischen Errungenschaften der letzten Jahre förmlich überrollt, dabei ist vieles gar nicht so schwierig, wie es auf den ersten Blick scheint. Mobile Payment heißt der Vorgang, wenn nur noch das Handy vor das Bezahlgerät gehalten werden muss.

Was in den USA schon seit ein paar Jahren Standard ist, wird bei uns bislang noch von einigen wenigen genutzt. Seit Mitte letzten Jahres bietet zum Beispiel die Sparkasse Mobile Payment über die Sparkassen-App "Mobiles Bezahlen" an. "Rund 1 000 Mönchengladbacher Sparkassen-Kunden haben ihre EC-Karte seitdem für die Handynutzung frei geschaltet. Schwierig ist das nicht, denn eigentlich bezahlt der Verbraucher nur mit einem digitalen Abbild der EC-Karte, die er sowieso schon hat

Das Freischalten der EC-Karte fürs mobile Bezahlen per Handy geht ruckzuck über die App. "Bis 25 Euro muss beim Bezahlen noch nicht einmal eine PIN zur Bestätigung eingegeben werden", sagt Mark Giesen, stellvertretender Abteilungsleiter bei der Sparkasse Mönchengladbach. Individuell kann der Verbraucher per App einstellen, ob der Bezahlvorgang lediglich durch das Anhalten des Displays an den Bezahlterminal, nur mit entsperrtem Handy oder nur mit gestarteter App funktioniert. "Das kann man so einrichten, wie man sich am sichersten fühlt", sagt er.
Mark Bonitz, Zahlungsverkehrsexperte bei der Volksbank Mönchengladbach sieht das auch so. "Die NFC-Schnittstelle des Endgerätes muss frei geschaltet sein", sagt er, dann könne es schon losgehen. Die Volksbank Mönchengladbach gehört zu den 15 Prozent Volksbanken, bei denen zur Zeit noch eine technische Umstellung stattfindet. Wenn die im August beendet ist, können auch Volksbank-Kunden, ebenso wie die Kunden vieler anderer Banken, mit Handy bezahlen. Grundvoraussetzung dafür sei natürlich, dass die Geschäfte mit den entsprechenden Terminals für kontaktloses Bezahlen ausgerüstet seien, so Bonitz.
Beim Media Markt in Mönchengladbach zum Beispiel geht Mobile Payment schon seit einiger Zeit. "Das wird hier schon sehr gut angenommen", sagt Verkaufsleiter Alexandros Pavlidis.
Einziger Wermutstropfen beim mobilen Bezahlen: iPhone-Besitzer haben mitunter das Nachsehen, denn bis auf wenige Ausnahmen arbeiten die bekannteren Banken in Deutschland bislang mit Apple nicht zusammen, weil Apple für den Service bei den Banken Gebühren erhebt. Auch bei Sparkasse und Volksbank geht es also zunächst nur um die Kunden mit Android-Smartphone. Ob demnächst auch bei der Sparkasse das mobile Bezahlen mit den iOS-Geräten von Apple möglich sein könnte, dazu prüft die Sparkassen-Finanzgruppe zur Zeit die Optionen.

Bezahlen Sie schon mobil und welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht? Schreiben Sie uns unter leserbriefe@report-anzeigenblatt.de

(Report Anzeigenblatt)