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Barrieren: Es ist noch viel zu tun

Barrieren: Es ist noch viel zu tun
Am Freitag beim Aktionstag auf dem Harmonieplatz haben die Besucher die Möglichkeit, die Barrierefreiheit in Mönchengladbach zu beurteilen. FOTO: Der Paritätische
Mönchengladbach. An diesem Freitag, 29. April, setzen sich 33 Initiativen bei einem Aktionstag auf dem Harmonieplatz für mehr gleichberechtigtes Miteinander von Behinderten und Nichtbehinderten ein. Von Klaus Schröder

Christopher Micha vom Paritätischen sagt: „Es geht nicht um Gemecker.“ Andererseits gibt es noch so viel zu tun, bis gehandicapte Menschen vernünftig am öffentlichen Leben teilhaben können. „In manche Geschäfte kommt man nicht rein, weil Stufen es verhindern.“ Auch Toiletten sind oft für Rollstuhlfahrer nicht zugänglich. „Sehbehinderte brauchen bessere Leitsysteme, Taube vielleicht sogar mal einen Gebärdendolmetscher und geistig Behinderte eine leichtere Sprache im öffentlichen Raum.“

Beim Aktionstag können Besucher ganz nah an die Probleme herankommen. „Wir werden eine Teststation aufbauen, die Stress in engen Räumen simuliert und damit erfahrbar macht, was die Rehabilitation von psychisch Kranken beeinträchtigen kann.“ Die Mönchengladbacher Autoren und Ehepartner Kerstin und Markus Schaefer werden über die Erfahrungen nach ihrer Multiple Sklerose-Erkrankung sprechen. Eigentlich sollten auch die bekannten VdK-Aktivisten Karin und Albert Sturm dabei sein. „Aber wir hatten einen Unfall.“ Unermüdlich kämpfen sie dennoch weiter für ein größeres Verständnis von Gesellschaft und Behörden.

Auf ihre Anregung geht zum Beispiel ein Extra-Eingang im Rathaus Rheydt zurück, der es Behinderten endlich erlaubt, auch den Aufzug zu erreichen. Karin Sturm sagt: „Man sieht: Kämpfen lohnt sich.“

(StadtSpiegel)