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Baum-Paten gesucht

Baum-Paten gesucht
Museumspädagoge Uwe Riedel, Museumsführerin Sophie Reinlaßöder und Volontärin Annika Schmidt (von links) präsentierten das Apfelbaum-Patenprojekt. Künstlerin Tanja Goethe (zweite von links) mit ihrer Zeichnung der Beinwell-Pflanze in Tellerform nach Vorbild des irischen Botanikers Sir Hans Sloane. FOTO: Sylvia Bradtmöller
Mönchengladbach (bra). Der „Ahnungslose Traum vom Park“ geht in die nächste Phase und stellt öffentliche Parkanlagen und Grünflächen ins Zentrum. Im Vordergrund steht urbanes Gärtnern in der Stadtgemeinschaft, dazu werden 100 Baumpaten gesucht. Von Sylvia Bradtmöller

Im Hans-Jonas-Park stehen seit April, in der Belvedere genannten Parkfläche, zwischen Pergola und Turnhalle, sechs Apfelbäumchen. Diese von Schülern des HuMa betreuten Bäume bilden den Auftakt der von Antje Majewski und Pawe³ Freisler konzipierten Ausstellung „Der Apfel. Eine Einführung. (Immer und immer und immer wieder)“, die am 12. Juli im Museum Abteiberg eröffnet wird. Im Rahmen dieser Ausstellung starten Antje Majewski und das städtische Museum eine Kampagne für Baumpatenschaften. Im Herbst 2015 sollen an verschiedenen öffentlichen Orten in der Stadt insgesamt 100 Bäume gepflanzt werden. Die Kosten für die Anschaffung übernimmt die Stadtsparkasse Mönchengladbach. „Die Pflege der Apfelbäume kann das städtische Grünflächenamt nicht zusätzlich leisten. Deshalb suchen wir Paten, die ’ihren’ Apfelbaum mitten in der Stadt pflegen“, so Museumspädagoge Uwe Riedel. „Die Betreuer gießen und schneiden die Bäume bei Bedarf, es fallen keine zusätzlichen Kosten an“, sagt Riedel. Um den Paten nützliche Informationen an die Hand zu geben, veranstaltet das Museum im Oktober einen Pflanzworkshop und einen Vortrag zur Baumpflege, im nächsten Jahr ergänzt ein Baumschnittkurs der VHS das Angebot. Die Baumpaten erhalten am 24. Oktober ihren Baum, der Standort wird in Abstimmung mit Museum und dem Grünflächenamt festgelegt. Gepflanzt werden fast vergessene, alte regionale Apfelsorten wie die rote Sternrenette, Kaiser Wilhelm oder der Riesenboiken. Die nach erfolgreichem Anwachsen zu erwartenden Früchte dürfen vom Paten und auch von der Öffentlichkeit geerntet werden. Antje Majewski bezieht sich so in diesem Projekt auf die Tradition der mittelalterlichen Allmende, dem Gemeineigentum. Ein weiteres Projekt unterhalb des Belvedere hat ebenfalls Ökologie und Nachhaltigkeit zum Thema. Entlang des Weges zwischen Skulpturengarten und Hans Jonas Park erweitert die in Köln lebende Künstlerin Tanja Goethe ihren Beinwellgarten, der ebenfalls von den Schülern des Stiftischen Humanistischen Gymnasiums gepflegt und betreut wird. Beinwell ist nicht nur aufgrund seiner medizinischen Wirkung interessant, sein volkstümlicher Name „Bienenkraut“ gibt Aufschluss über genau die für Tanja Goethe wichtige Eigenschaft der Pflanze. Durch ihre lange und reiche Blüte zieht das pflegeleichte Kraut viele Bienen an, was nicht nur den Apfelbäumchen im Belvedere zugute kommt.

(Report Anzeigenblatt)