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Bei den Emberá in Panama

Bei den Emberá in Panama
So sieht es bei den Emberá in Panama aus. FOTO: Christian Bruns www.worldinfocus.de
Fortsetzung von Seite 1 Von Klaus Schröder

Der Niederkrüchtener Christian Bruns war in Indien und Japan, in Costa Rica und Ägypten, in Hongkong und auf Kuba, und auch bei einem indigenen Naturvolk in Panama.

Mönchengladbach (schrö).

In Kolumbien hat er viele Freunde gewonnen durch seine zahlreichen Reisen. Da lag es nahe, sich Gedanken um die Provinz Darién zu machen, dem Nadelöhr zwischen Nord und Süd in Lateinamerika, zwischen Panama und Kolumbien. Eigentlich wollte Bruns für das schwer zugängliche Gebiet einen Reiseanbieter suchen, doch dann fand er eine Internetseite des Stamms der Emberá Drúa. „Hundert Leute wohnen hier im Regenwald am Rio Chagres, einem Nationalpark, zwei Stunden von Panama City enfernt.“

Sie wollen ihre Kultur erhalten und haben sich daher für ein selbst gesteuertes Tourismus-Projekt entschieden. Per Whats App erfolgte die erste Kontaktaufnahme : „Hallo, ich bin Ivan“, schrieb eines der Stammesmitglieder. Drei Wochen lang vor dem Beginn der Reise tauschte sich Bruns alle paar Tage aus mit den Emberá. Der Begegnungstermin rückte näher, Christian Bruns war da schon in Panama. „Kurz vorher kam die Nachricht, ob wir meine Anreise um einen Tag verschieben könnten?“ Sie seien sowieso auf einer Konferenz in der Hauptstadt und könnten ihn mitnehmen. „Tags drauf bin ich dann in ein Auto gestiegen, zu vier völlig fremden Männern.“ Ein bisschen mulmig ist ihm da geworden - „obwohl ich natürlich meine Telefonnummer an verschiedenen Stellen hinterlegt habe.“ Der Häuptling, Mateo saß auch im Wagen. Häuptling - eine Rolle, die die Person fünf Jahre ausübt, dann macht es ein anderer.

In den folgenden Tagen erlebte Christian Bruns die professionelle Organisation des Stammes. „Jeder hier hat seine Aufgabe, etwa: Wer harkt die Wege?“ Zwischen fünf und sechs Uhr morgens erwachte das Dorf zum Leben: Raus aus der Bambushütte, die auf einer Plattform ruht. Waschen im Fluss. Bruns konnte sich frei bewegen, fand schnell einen Draht zu den Menschen und durfte die Männer sogar beim Fischfang begleiten. „Das Wasser: glasklar, der Fischbestand: großartig.“ Und: „Die haben viel mehr mit mir zusammen gemacht, als vorher abgesprochen.“ Der Stamm versucht ein Spagat zwischen Neuzeit und Tradition. „Sie sind stolz darauf, die buntesten Indianer in der Region zu sein.“ Da ist es nicht nur Show, wenn sie sich für ihre rituellen Tänze stundenlang mit Pflanzenfarbe bemalen. Die Emberá unterrichten ihre Kinder selbst, damit ihre Kultur am Leben erhalten wird. „Aber auch hier gibt es Facebook - nur mit dem Unterschied, dass die Jugendlichen lediglich einmal im Monat online gehen - wenn sie in der Stadt sind.“

In wenigen Wochen macht Christian Bruns sich wieder auf in die Welt. Der Umweltpädagoge der Jugendherberge Mönchengladbach-Hardter Wald schwankt zurzeit noch zwischen zwei Zielen: „Entweder Kuba oder mit herkömmlichen Transportschiffen von Ecuador über Peru nach Kolumbien auf Rio Napo und Amazonas.“

Wenn er zurückkommt wird er wieder Dia-Vorträge organisieren. Wer mit ihm zusammen verreisen will, schaut am besten auf seine Website www.worldinfocus.de

(StadtSpiegel)