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Bilder unter der Oberfläche

Bilder unter der Oberfläche
Das Baby fliegt unter Wasser. FOTO: Hans Dick
Mönchengladbach. "Wasser-Fälle" heißt unsere diesjährige Serie in den Sommerferien. Wir haben Geschichten im, mit und am Wasser für Sie gefunden. In unserer ersten Folge lernen Sie den Mönchengladbacher Unterwasser-Fotografen Hans Dick kennen. Von Ulrike Mooz

Luftbläschen auf Haut, Haare, die wie Algen im Wasser wabern, Schwerelosigkeit: Wenn Unterwasser-Fotograf Hans Dick mit dem Objektiv "auf Jagd" ist, dann muss er vieles beachten, was Fotografen an Land gar nicht interessiert. "Als Unterwasser-Fotograf muss man immer ganz nah ran", sagt er, "man kann nicht einfach das Motiv mit einem Teleobjektiv ran holen". Und mit ganz nah meint er wirklich ganz nah, maximal 1,50 Meter. "Ist man weiter entfernt, dann verschwinden die Rottöne", sagt Hans Dick, das hat mit der Lichtbrechung unter Wasser zu tun. Ganz nah, das heißt auf Tuchfühlung mit großen Fischen und natürlich auch mit seinen menschlichen Motiven.

Auf die Taucherei ist der Mönchengladbacher schon als Zwölfjähriger gestoßen – als im "Yps"-Heft stand, wie man eine Taucherbrille unter Wasser ausleert. Seitdem zog es ihn immer wieder unter die Oberfläche. Später hat er mit Sponsoring durch den Vater richtig tauchen gelernt und ist heute CMAS Drei-Sterne-Taucher.

Das Interesse, das Leben mit der Kamera einzufangen, kam mit 18 dazu. "Bei der Taucherei ist immer spannend, was man sieht", sagt Hans Dick, der Tauchgänge auf Madeira, Ägypten, Oman und Bali gemacht hat. Die zwei Hobbys zusammen zu bringen, lag da irgendwie auf der Hand. "Am Anfang hat das alles nicht so geklappt", sagt Dick, der über Wasser bei Hephata als Arbeitserzieher seine Brötchen verdient.

Er hat rumexperimentiert mit einer kleinen Kompaktkamera, aber die Ergebnisse haben ihn nicht begeistert. "Das war alles zu langsam, da waren die Fische oft schon weg", lacht Dick. In einem Workshop in Südfrankreich hat er die Basics gelernt. Heute ist Hans Dick mit richtiger Profiausrüstung unterwegs und richtet sein Domport – so heißt das Unterwasser-Weitwinkelobjektiv – auch auf menschliche Motive. "Das ist wie eine Salatschüssel, durch die man die Unterwasserwelt betrachtet", sagt Taucher Dick.

Eine Bekannte gibt Babyschwimmen in Erkelenz. Das hat Hans Dick drauf gebracht, Babys im Wasser und überhaupt Menschen unter der Oberfläche zu fotografieren – im Schwimmbad, wo er sich mit Tüchern und mehreren Scheinwerfern ganze Unterwasser-Studios aufbaut.

Mit seinen Babyfotos hat Hans Dick bereits einen Fotowettbewerb der Tauchorganisation IDA (International Diving Association) gewonnen. Für Freunde hat er Modeshootings unter Wasser gemacht, Paare und Vierbeiner fotografiert.

"Wer unter Wasser Fotos macht, muss sich austarieren können, sich auf einer Höhe halten", sagt Dick und wenn man Wildtiere fotografiere, müsse man deren Fluchtdistanz kennen. Im Oman hat er schon bäuchlings ganz dicht vor einem Leopardenhai gelegen. Im Dormagener Baggerloch hat ihm ein Zander deutlich zu verstehen gegeben, wem das Revier gehört...

(Report Anzeigenblatt)