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Blaubärchen trifft jecke Putzfrau

Blaubärchen trifft jecke Putzfrau
Auf der närrischen Bühne in den Sartory-Sälen in Köln bei der Erdmännchen Benefiz-Sitzung: Annette Eßer alias Achnes Kasulke. FOTO: Kellys Grammatikou
Niederrhein. Ganz nach dem Motto „Blaubärchen trifft jecke Putzfrau“ hat Extra-Tipp-Redakteur Kellys Grammatikou einen Abend lang Annette Eßer begleitet. Die feiert nämlich in dieser Session elf Jahre Achnes Kasulke. Von Sandra Geller

Ne dicke Futt, Putzkittel, die Haare unter einem Turban versteckt, Putzeimer und Wischmopp in der Hand - so könnte man die närrischste Putzfrau unter dem Karnevalshimmel beschreiben. Gemeint ist keine geringere als die jecke Achnes Kasulke (Annette Eßer). Doch auf diese wenigen Worten lässt sich das „närrische Weibsbild“ sicher nicht reduzieren. Auch die farbliche Auswahl ihrer Kleidung ist wahrlich ein Griff in den Putzeimer. Bunter geht’s kaum. Die Augen dezent türkis-blau geschminkt, der Turban in sonnengelb, der Kittel blau-lila längs gestreift, darunter eine bunte Bluse, die einer Blumenwiese gleich kommt, kombiniert mit einer grün-weiß gestreiften Hose. Als i-Tüpfelchen oben drauf die grünen Glitzerschuhe. „Die müssen sein“, sagt Achnes. „Ich hab Jubiläum und hab mich extra schick gemacht“, sagt sie und deutet auf ihren Kittel. „Der glitzert auch mit bunten Paletten.“

Hinter der humorvollen und einfachen Achnes Kasulke steckt keine andere als Annette Eßer aus Kaldenkirchen. Vor elf Jahren schlüpfte sie das erste Mal in die Rolle der fülligen Putzfrau. Es ist Dienstagabend und wir sind auf dem Weg in die berühmten Sartory-Säle in Köln. Eingeladen haben die „Kleinen Erdmännchen“ zu ihrer Benefiz-Sitzung. Annette soll den „Eisbrecher“ machen. „Das ist immer der erste Künstler auf der Bühne“, sagt sie.

Vor elf Jahren hatte auch alles am selben Ort angefangen. Vorstellabend im Ostermannsaal in den Sartory-Sälen in Köln. „Was war ich nervös“, erinnert sie sich. Doch alles lief glatt. Gleich darauf konnte man sie bei der ZDF-Mädchensitzung auch im Fernsehen sehen. Ein Katapult! „Das war eine tolle Chance“, sagt die Kaldenkirchenerin. Heute gehört Achnes Kasulke zu den Top-Künstlern des Karnevals. Und sie kommt gut an - das merkt man sofort, als sie die närrische Bühne der Erdmännchen-Sitzung betritt. Schon mit ihrem Auftreten hat sie das Publikum ganz bei sich. Man merkt, Annette Eßer ist ’ne echte Jeck.

„Ich hab ja schon mit sechs Jahren auf der Bühne gestanden. Das ist jetzt 41 Jahre her.“ Anfangs habe sie noch auf der Bühne getanzt, wie ihre beiden Töchter Amelie und Antonia heute auch in der Kolping-Tanzgarde in Kaldenkirchen. „Wir sind das närrische A-Team“, sagt sie und lacht. Erst 1997 habe sie den Weg in die „Bütt“ gewagt.

Der Rest ist eine echte (Erfolgs)Geschichte! Wie auch auf der Bühne der Erdmännchen. Wenn Achnes aus dem Putzeimer plaudert, bleibt keine Auge trocken. Jeder bekommt sein Fett weg - ob Männlein oder Weiblein. Ein Jahr hat sie zusammen mit ihrem Promoter Bodo Krohn am Programm gearbeitet und geschrieben. Und es kommt gut an. Die Lacher im Publikum, eine närrische Rakete, tosender Applaus, ein Blumenstraße vom Elferrat bestätigen das nur.

Nach knapp 30 Minuten ist alles vorbei. Auch die Nervosität, die sie auch nach so langer Bühnenerfahrung immer noch hat. „Jetzt erstmal ein Kölsch und ein Bützchen fürs Blaubärchen“, sagt sie mir. Nimmt mich in den Arm und ab geht’s an die Theke. Ein Abend mit Achnes Kasulke - lustiger geht es kaum. Denn jeder kennt Achnes und alle mögen sie. Da steht man nicht lange alleine an der Theke.

Übrigens: Das diesjährige Motto von Achnes Kasulke: „11 Jahre Putzen ohne Wasser“. Geht super - aber nur mit Achnes!

(Report Anzeigenblatt)