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Borussia, Royals und ein Mord

Borussia, Royals und ein Mord
Magdlen Gerhards stellt ihr neues Buch „Aufgewachsen in Mönchengladbach, Rheydt und Wickrath in den 40er und 50er Jahren“ am 19. November auf Schloss Rheydt vor. FOTO: Archiv (Andreas Baum
Rheydt. Aufgewachsen in Mönchengladbach in den 40er und 50er Jahren: Vier Monate hat Magdlen Gerhards echte Fleißarbeit betrieben – jetzt ist ihr neues Buch erschienen. Am 19. November stellt sie es auf Schloss Rheydt vor. Von Silvia Weise

„Ob ich Tag und Nacht geschrieben habe?“ Magdlen Gerhards ist amüsiert. „Das nun nicht gerade, aber im Schreibrausch war ich schon. Wenn’s mich gepackt hat, gibt es kein Halten mehr.“ Und der Rausch, von dem die Schelsenerin spricht, dauert nun schon einige Jahre an: „Ich male ja auch, fertige Skulpturen“, erzählt Magdlen Gerhards. „Aber ich glaube, von allem, was man so kreativ machen kann, ist das Schriftstellern am allermeisten mein Ding. Damit erreiche ich die Menschen am intensivsten.“

Mehrere Kinderbücher und Romane hat die quirlige Macherin bereits auf den Markt gebracht. Seit wenigen Wochen gesellt sich unter dem Titel „Aufgewachsen in Mönchengladbach, Rheydt und Wickrath in den 40er und 50er Jahren“ (erschienen im Wartberg Verlag) ein neues Werk dazu: „Das Angebot des Verlags habe ich ziemlich spontan angenommen – obwohl der Zeitrahmen nicht allzu weit gesteckt und das Genre mir bislang unbekannt war“, erklärt Magdlen Gerhards. „Aber die Herausforderung hat mich gereizt“, lacht sie und erzählt von Sommermonaten im Stadtarchiv, mit Lektüre ohne Ende und auch persönlichen Gesprächen, denn: „Das Buch erzählt weniger von mir selber. Andere Leute haben mir quasi die Schatzkästchen ihrer eigenen Geschichten geöffnet.“

Zu den Befragten gehören Liedermacher und Kabarettist Hotte Jungbluth sowie Kosmonaut Reinhold Ewald: Er konnte seiner Cousine Magdlen berichten, wie Haus Westland einst zu seinem Namen kam. Erzählenswerte Beiträge zusammenzutragen, resümiert die Autorin, selber Jahrgang 1952, sei nicht das Schwierigste gewesen: „Es war vielmehr das Hineinfinden in einen anderen Stil, ich komme ja als Romanschreiberin von der epischen Breite“, schmunzelt sie.

James Dean und Schwemm-Hännes, Motorroller und Abenteuer auf und um Straßenbahnschienen, tolle Roben, rauschende Feste, natürlich die Borussia, auch Royales und sogar ein Mord: Magdlen Gerhards tischt ein umfangreiches Menü Stadtgeschichte auf, angereichert mit zahlreichen, meist selbst beschafften Fotos. „Jetzt hab’ ich Gladbach wirklich kennengelernt“, freut sie sich über den Nebeneffekt monatelanger Fleißarbeit.

Das nächste Großereignis im Leben einer Viel-Schreiberin hat sie aber bereits vor Augen: Ende November erscheint im Burg-Verlag mit „Die Last des Erbes“ der zweite Roman um Leben und Liebe, Arbeit und Intrigen im Schoße zweier Familien eines niederrheinischen Leinenweber-Clans. „Da durfte ich wieder ganz episch ausschweifen“, lacht Magdlen Gerhards und verrät, dass für den dritten Band schon rund 300 Seiten Manuskript aus der Tastatur geflossen sind. Band vier ist beschlossene Sache: „Klar, die Technik blüht auf, es gibt Kriege, wirtschaftlichen Niedergang...“

(Report Anzeigenblatt)
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