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Mönchengladbacher Schülerin mit Bundestagsstipendium in die USA/ Monatliche Berichte im Extra-Tipp
Botschafterin Eva in Pueblo

Mönchengladbacher Schülerin mit Bundestagsstipendium in die USA/ Monatliche Berichte im Extra-Tipp: Botschafterin Eva in Pueblo
Die Schülerin Eva Saehsen ist mit dem Parlamentarischen Patenschafts Programm des Bundestages nach Colorado gereist. FOTO: Andreas Baum
Mönchengladbach . Die Jugendlichen sind mutiger und weltoffener geworden. Viele wünschen sich einen längeren Auslandsaufenthalt. Doch das geht zumeist nur mit viel Geld. Dass auch der Deutsche Bundestag jugendliche Botschafter in die USA "schickt", probiert die Gladbacherin Eva Saehsen derzeit aus. Von Ulrike Mooz

USA - das Land der unbegrenzten Möglichkeiten - steht bei Jugendlichen immer noch ganz hoch im Kurs für einen Auslandsaufenthalt. Meistens klappt sowas aber nur mit einem dicken Geldpolster von Mama und Papa oder mit einem Stipendium für besonders Begabte.

Eva Saehsen, 15, Schülerin des Stiftischen Humanistischen Gymnasiums in Mönchengladbach, probiert zur Zeit einen Weg aus, den die meisten nicht kennen: Sie geht mit einem Stipendium des Deutschen Bundestages für zehn Monate nach Pueblo im US-Staat Colorado. "Meine Mutter hat das als Jugendliche auch gemacht und wir haben einen Lehrer, der davon erzählt hat", sagt Eva Saehsen. Sie wird in Pueblo in die 10. Klasse der dortigen Highschool gehen und in einer Gastfamilie mit vier Gastgeschwistern und fünf Haustieren leben.

Um an ein solches Stipendium zu gelangen, wird soziales Engagement vorausgesetzt, es werden die Englischkenntnisse geprüft und die Anwärter müssen ein Thema vorbereiten. "Ich bin bei den Pfadfindern", sagt Eva Saehsen, und als Thema hatte sie sich mit der nationalen Sicherheitsbehörde NSA auseinandergesetzt, die ja zur Zeit in Deutschland besonders in der Kritik steht.

Am Ende war sie eine von Dreien und die Mönchengladbacher Bundestagsabgeordnete Gülistan Yüksel hatte die Qual der Wahl. Denn sie ist über das Parlamentarische Patenschafts Programm (PPP) die Patin der USA-Stipendiatin. "Für mich ist das auch ganz neu, ich bin selbst überrascht", sagt sie. Der Bundestag habe bei ihr angefragt, ob sie das machen wolle und sie habe sofort zugesagt. "Jetzt bin ich doppelt aufgeregt, denn meine eigene Tochter macht auch gerade ein Auslandsjahr", sagt sie.

Da das Stipendium vom Bundestag vergeben wird und die Stipendiaten als Botschafter Deutschlands zählen, bekommen sie auch alle einen Bundestagsabgeordneten an die Seite gestellt. "Ich bin die ganze Zeit Evas Ansprechpartnerin per Mail, Skype oder Facebook", sagt Gülistan Yüksel. Die Kosten übernimmt der Bundestag komplett. Nur das Taschengeld bezahlen Evas Eltern. Am Freitag ist Eva Saehsen Richtung USA gestartet. Sie ist aufgeregt, weil sie noch nie allein unterwegs war und schon gar nicht so weit. "Ich hoffe, dass ich mich in der Highschool zurechtfinde, die ist so groß", sagt sie. Dass ihre Gastmutter Inhaberin einer Tanzschule ist, freut Eva besonders, schließlich tanzt sie selber schon lange Ballett.

Mit den Parteien haben die Bundestags-Stipendien übrigens nichts zu tun. Auch Eva Saehsen ist in keiner Partei. Für den Extra-Tipp wird die Schülerin in den nächsten zehn Monaten einmal im Monat einen kleinen Bericht über ihr Leben in Colorado schreiben.

 

Patenschafts-Programm
-  Seit 1983 vergibt der Deutsche Bundestag jedes Jahr Stipendien an 285 Schülerinnen und Schüler für ein Austauschjahr in den USA. Zeitgleich sind 350 junge US-Amerikaner zu Gast in Deutschland. Das PPP ist ein gemeinsames Programm des Deutschen Bundestages und des US-Congress. Es steht unter der Schirmherrschaft des Bundestagspräsidenten.
- Info über die Homepagewww.bundestag.de/ppp

(Report Anzeigenblatt)