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Brücke zwischen Menschen

Brücke zwischen Menschen
Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners, die Vereinsvorsitzenden Balde Alpha Ibrahima und Ali Kalayci (v.l.) und die ehrenamtliche Koordinatorin Martina Gehler feiern mit den Gästen die neue Kooperation. FOTO: Andreas Baum
Mönchengladbach. Der deutsch-türkisch-kurdische Verein Irfan und der deutsch-afrikanische Verein Radio Muddidal Haalipular ziehen an einem Strang. Die Unterschrift unter den neuen Kooperationsvertrag der beiden Integrationsvereine war auch gleichzeitig die Einweihung des neuen Brücken-Cafés. Von Ulrike Mooz

Im neuen Brücken-Café im International Meeting Point des Vereins Irfan ist Trubel. Frauen haben ein kunterbuntes Buffet vom Lahmacun bis zum Baklava aufgebaut. Immer neue Körbe und Teller landen auf dem langen Tisch. Auf den roten Polstersitzen im Café versammeln sich Familien der unterschiedlichsten Nationalitäten und auch so mancher deutsche Nachbar. Es gilt, einen neuen Kooperationsvertrag unter Dach und Fach zu bringen. Der Verein Radio Mussidal Haalipular wird in Zukunft eng mit Irfan zusammen arbeiten. Zur Feier des Tages ist auch Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners gekommen.

Der Bildungs- und Kulturverein kümmert sich seit Jahren ehrenamtlich um die Unterstützung und Qualifizierung von Menschen mit Flucht- oder Migrationshintergrund. Irfan (übersetzt Weisheit) organisiert Sprachkurse, hilft bei der Wohnungssuche und Einrichtung von Wohnungen, bei Ämtergängen, bei Übersetzungen, bietet Rechtsberatungen und Nachhilfe, trägt zum interreligiösen Austausch bei und bietet mit dem neuen Brückencafé auch einfach einen Treffpunkt, wo Menschen verschiedener Kulturen einfach Spaß haben können.

Die Irfan-Mitglieder sind ehemalige Flüchtlinge und Menschen, die aufgrund der eigenen Herkunft oder besonderer sprachlicher und kultureller Kenntnisse einen leichteren Zugang zu Neuzugewanderten und Flüchtlingen haben. Der Verein Radio Mussidal Haalipular bietet seit 2012 Beratung und Treffen mit dem Ziel, das friedliche Zusammenleben in einer multikulturellen Gesellschaft zu fördern. Er kümmert sich besonders um die belange afrikanischer Flüchtlinge, aber auch um die aller anderen Migranten. "Jeder kann mitmachen, der friedlich hierher kommt", sagt Balde Alpha Ibrahima, der Vorstandsvorsitzende. Und da sich die Vereinsziele stark ähneln, was lag also näher, als in Zukunft an einem Strang zu ziehen? "Wir schlagen eine neue Brücke", so Irfan-Vorstandsvorsitzender Ali Kalayci.

Seit 2013 gehört das alte Postgebäude, Alleestraße 68, als International Meeting-Point dem Verein Irfan und bietet von Seminarräumen über das Schachzimmer und den Billardraum bis zu Kindergarten und Küche inzwischen 1 200 Quadratmeter in Eigenregie sanierte Fläche.

(Report Anzeigenblatt)