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Bunte Fahnen wehen nicht mehr

Bunte Fahnen wehen nicht mehr
Der CSD Vorstand mit Bürgermeister Ulrich Elsen und Schirmherrin Dörte Schall bei der feierlichen Fahnenhissung. Hier wurden die Fahnen erst ein Stückweit gehisst, aus Sicherheitsgründen (trotz Halbmast Beflaggung) hat der Vorstand diese am Ende noch höher gehisst.
Mönchengladbach. Politisch motiviert? Dem Verein Christopher Street Day wurde teure Beflaggung geklaut. Von der Redaktion

CSD Vorsitzender Markus Schnorrenberg ist nach dieser Nachricht zu tiefst verärgert und enttäuscht: Die CSD-Fahnen wurden geklaut. Gerade erst ist die erste CSD Woche in Mönchengladbach zu Ende gegangen, in der auch feierlich zwei Regenbogenfahnen auf dem Rheydter Marktplatz gehisst wurden. Der CSD Vorstand ist nach Beendigung der Woche in eine Arbeitspause gegangen, die dann schlagartig für den Vorsitzenden zu Ende war.

Markus Schnorrenberg: „Wie im letzten Jahr wollte am Montag nach dem CSD der städtische Hausmeister die Fahnen abnehmen und in unserem Stammlokal Ratskeller dem dortigen Pächter übergeben. Dieser informierte mich darüber, dass die Fahnen wohl bereits am Montagmorgen nach dem CSD gestohlen waren.“ Leider habe ihn auf Grund des Urlaubes die Information erst am Dienstag erreicht. „Ich habe sofort Anzeige gegen Unbekannt gestellt“, so Schnorrenberg.

„Wir vermuten, dass die Täter leicht an die Fahnen gekommen sind, da auch wir als CSD Verein im Gedenken an die Opfer von Nizza und Orlando die Flaggen auf Halbmast gehängt hatten. Aus Sicherheitsgründen hatten wir schon nicht komplett Halbmast, sondern im oberen Drittel geflaggt. Für die Täter oder Täterin wohl noch nicht hoch genug“, so der Vorsitzende.

Sicher bedeutet der Diebstahl der Fahnen für den Verein auch einen finanziellen Schaden. Für den noch recht jungen Verein sind solche zusätzlichen Kosten nicht mal eben zu bezahlen. Denn zwei Fahnen in der Größe haben einen Wert von rund 250 Euro.

Schnorrenberg: „Im ersten Jahr waren und sind wir stolz darauf gewesen, auf Grund von Spenden, die Fahnen angeschafft zu haben. Umso mehr ärgert es uns, dass jetzt durch eine solche Straftat dem Verein Schaden zugefügt wird. Sicher kann hier auch ein politischer Hintergrund nicht ausgeschlossen werden. Denn die queere Community ist nach wie vor nicht vollständig in der Bevölkerung akzeptiert. Bereits zwei mal wurde auch am CSD Wochenende beim Juwelier Winkels eine kleine Regenbogenfahne brutal abgerissen.

Der Verein hofft nun, dass die Versicherung den Schaden übernimmt, damit für das Jahr 2017 neue Fahnen angeschafft werden können.

(Report Anzeigenblatt)