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Das Ja-Wort gab es 1950 im Kölner Dom

Das Ja-Wort gab es 1950 im Kölner Dom
Seit 65 Jahren verheiratet: Ruth und Hans Fischer. FOTO: fju
Hardt (fju). Es war das seltene Jubiläum der Eisernen Hochzeit, das Ruth und Hans Fischer aus Hardt am Samstag, 24. Oktober, in der Nikolaus-Kirche feiern konnten. Von Franz Josef Ungerechts

Eigentlich wollten sie kein großes Aufsehen um ihr Jubiläum machen, doch da hatten die Neu-Hardter nicht mit der Kreativität der Nachbarschaft „Storms-Pomp, Hardt-Mitte“ gerechnet, denn diese organisierten fast eine komplette Festwoche im Haus am Hardter Marktplatz. Es wurde geredet, geplant, gekränzt, geschmückt und natürlich kräftig gefeiert.

Seit vier Jahren wohnen Ruth (83) und Hans Fischer (86) in Hardt. Ihr Haus in Ohlerfeld hatten sie verkauft, um vor vier Jahren am Hardter Marktplatz ein neues und altersgerechtes Eigenheim zu beziehen. Das heißt auch, sie reduzierten mit dem Umzug ihre Wohn- und Grundstücksfläche von 700 auf 64 Quadratmeter. Bereut haben sie den Schritt nicht, denn ihr Haus wird nicht vermisst, dafür haben sowohl die gute Nachbarschaft und das Leben mitten in Hardt gesorgt.

1950 haben die Fischers in einem Seitenaltar des Kölner Doms geheiratet. Besondere Umstände machten diesen Schritt von Waldhausen in die Domstadt nötig: „Für uns war die kirchliche Hochzeit ein einmaliges Erlebnis, schließlich heiratet im Dom noch lange nicht jeder.“

Ruth stammt aus einer Textilfamilie, ihr Vater, Loyen Pitter, war selbstständiger Schneider von Beruf und so lernte auch die Tochter diesen Beruf. Auch Hans kam aus der Textilbranche: Er arbeitet zunächst bei der Gladwolle, später bei Elektro Linsen. Auf die Frage „Wie hält man das solange miteinander aus?“ antworten beide: „Gut! Und es läuft immer noch gut!“

Das Ehepaar Fischer war immer ein geselliges Duo, Hans sang 40 Jahre lang als zweiter Tenor beim MGV Holt und spielte zeitweise Akkordeon im Orchester. Geselligkeit pflegen sie heute noch. Jeden Sonntag ist Stammtisch und alle vier Wochen geht es zum Kegeln in den Holter Engelshof. Als besondere Überraschung zur Eisernen Hochzeit gab es ein Schreiben vom Bundespräsidenten, Joachim Gauck sandte neben dem Glückwunsch, freundliche Grüße aus dem Schloss Bellevue.

(StadtSpiegel)