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Das Klavier der Emotionen

Das Klavier der Emotionen
Hereinspaziert in den Circus Roncalli: Die Jubiläumstour nimmt die Besucher mit auf eine „Reise zum Regenbogen“. FOTO: Roncalli
Mönchengladbach. Der Besuch im Circus Roncalli ist immer auch ein Abtauchen in eine andere Welt. Für dreieinhalb Wochen dürfen ab dem 9. März nun auch die Mönchengladbacher sich in eine andere Welt entführen lassen und werden mitgenommen auf eine „Reise zum Regenbogen“. Von David Friederichs

Wer dieser Tage am Geroweiher entlang läuft und fährt, kann sich (mindestens) einen Blick auf das, was dort gerade entsteht, nicht verkneifen. Ein riesengroßes Circuszelt und rund 80 historische Wagen fesseln die Augen und über allem thront der Name „Roncalli“. „Das ist wie ein rollendes Museum“, sagt Bernhard Paul. Und dieses rollende Museum wird ab dem 9. März täglich rund 3 000 Menschen begeistern. Spätestens wenn man den Eingang durchquert und in die von 10 000 Glühbirnen in nostalgisches Licht gehüllte Roncalli-Stadt eintaucht, sind die Sorgen des Alltags vergessen. „Wir spielen hier auf dem Klavier der Emotionen. Wenn die Leute aus dem Circus kommen, schweben sie meist ein paar Zentimeter über dem Boden“, weiß der Circusdierktor.

Um dem eigenen Anspruch gerecht zu werden, wurden beim Jubiläumsprogramm zum 40-jährigen Bestehen nur die besten Nummern aus aller Welt gesucht. „Denn nur die wenigstens sind für uns geeignet“, weiß Paul. Schließlich ist eine Show für ihn nur ein Erfolg, wenn man die Erwartungshaltung der Besucher übertrifft und sich ständig wieder neu erfindet. Das gilt für die Artisten, ob am Trapez oder Schleuderbrett, bei der Jonglage oder der Clownerie, ebenso, wie für die Technik. Denn hinter der nostalgischen Fassade verbirgt sich Technik auf höchstem Niveau. Jedes kleinste Detail ist minuziös geplant, um den Besuchern einen Abend zu bereiten, der diese bis zur letzten Minute fesselt. „Schließlich ist es viel schwerer, Menschen zum Lachen zu bringen als zum Weinen“, weiß der 69-jährige aus Erfahrung.

Das Lachen war Bernhard Paul allerdings in Mönchengladbach vor wenigen Tagen kurzzeitig vergangen. Tierschutzaktivisten hatten alle Plakate des Circus Roncalli mit dem Spruch „Absage wegen Tierquälerei“ überklebt. „Dabei haben wir nur Pferde, die nicht nur in doppelt so großen wie vorgeschrieben Boxen stehen, sondern auch jeden zweiten Tag auf eine Weide zum Toben geführt werden“, erzählt er erzürnt. Insgesamt 25 000 Euro Schaden hätten die „Vollidioten“ (Paul) damit verursacht.

Doch davon will man sich bei Roncalli die Vorfreude auf den Auftakt zur Tournee 2017 nicht nehmen lassen. „Schließlich lieben wir, was wir tun und sind alle mit dem Circus-Virus infiziert.“ Und ganz Mönchengladbach soll, wie schon 2014, auch infiziert werden. Als besonders Highlight bekommen alle Inhaber der Ehrenamtskarte zwei Freikarten für eine Vorstellung geschenkt. „Das ist ein tollen Zeichen und macht uns als Stadt stolz“, betont Bürgermeisterin Petra Heinen-Dauber, die es selber kaum erwarten kann, mit dem Circus Roncalli die „Reise zum Regenbogen“ anzutreten.

(Report Anzeigenblatt)
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