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Das Projekt Kita-Ausbau läuft an

Das Projekt Kita-Ausbau läuft an
Wollen, dass in der „wachsenden Stadt“ Mönchengladbach auch die jungen Neuankömmlinge gut versorgt sind: Beigeordnete Dörte Schall, Fachbereichsleiter Klaus Röttgen und Abteilungsleiter Volker Schaffrath. FOTO: Andreas Baum
Mönchengladbach. Die Kinderzahlen in Deutschland steigen wieder, auch in Mönchengladbach ist diese Entwicklung zu beobachten. Da braucht es natürlich genug Kitaplätze. Eine Herausforderung, der sich die Stadt stellt. Von Thomas Hippel

Bereits vor einem Jahr hatte Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners verkündet: „Wir treiben den Kita-Ausbau voran“. Dieser Tage wurde nun die Bedarfsplanung für das Kindergartenjahr 2018/2019 zur Beratung in die politischen Gremien eingebracht, angefangen mit den Sitzungen der Bezirksvertretungen Nord und West. Aus diesem Anlass äußerten sich Vertreter der Verwaltung zum derzeitigen Stand der Dinge sowie zu den angestrebten Zielen.

„Wir wissen, dass die Versorgung mit Kitaplätzen bundesweit ein großes Thema ist und wir haben hier in Mönchengladbach schon viel auf den Weg gebracht“, sagt Klaus Röttgen, der neue Leiter des Fachbereichs Kinder, Jugend und Familie. Röttgen verweist dabei auf den Beschluss des Stadtrats vom vergangenen Juli, die Kindertageseinrichtungen im Stadtgebiet bis 2023 so auszubauen, dass für Kinder von drei bis sechs Jahren eine Versorgungsquote von 95,3 Prozent (derzeit 91,3 Prozent) und für Kinder unter drei Jahren stufenweise eine Versorgungsquote von 49,7 Prozent (derzeit 36,4 Prozent) erreicht wird. Diese Zielvorgaben orientieren sich an den Ergebnissen einer Elternbefragung aus dem vergangenen Jahr zum tatsächlichen Bedarf. Zudem soll die Zahl der Überbelegungen – aktuell sind es für U3 und Ü3 insgesamt 467 – im Laufe der kommenden Jahre komplett abgebaut werden.

Laut Prognose des Leiters der Abteilung Tageseinrichtungen und Tagespflege, Volker Schaffrath, werde die angestrebte Quote in der Ü3-Versorgung am Ende wohl sogar deutlich überboten werden. Die freien Kapazitäten sollen dann zum Defizit-Ausgleich in der U3-Versorgung genutzt werden, zumal dort der Bedarf zunehmend steige. „Das wird auch auf jeden Fall klappen“, so Schaffrath.

Natürlich bedarf es aber konkreter baulicher Projekte, damit die gesteckten Ziele erreicht werden können. Deshalb wird mit der jetzt zur Beschlussfassung vorgelegten Kindergartenbedarfsplanung auch vorgeschlagen, insgesamt 18 neue Maßnahmen auf den Weg zu bringen. Diese beinhalten 13 Neubauten von Kitas (eine im Bezirk Nord, zwei im Bezirk Ost, drei im Bezirk West und sieben im Bezirk Süd), zwei Gruppenanbauten an städtische Kindertageseinrichtungen (Ferdinand-Strahl-Straße, Güdderather Mühlenweg), zwei Erweiterungen von Kitas (Severingstraße, Tomper Feld) und die Umwandlung eines leer stehenden Verwaltungsgebäudes (Vorster Straße).

Zusammen mit 23 bereits beschlossenen Maßnahmen, die sich derzeit in unterschiedlichen Stadien der Umsetzung befinden, sind somit insgesamt 41 Projekte zur Verbesserung der Versorgungsquoten bis zum Kindergartenjahr 2019/2020 geplant. Durch sie könnten bis zu 2 230 neue Betreuungsplätze entstehen (1 428 für Ü3, 802 für U3). Zusätzlich ist beabsichtigt, den Ausbau der Tagespflegeplätze dadurch zu intensivieren, dass privaten Tagespflegepersonen eine Wohnung zur Verfügung gestellt wird. Schaffrath hierzu: „Wir sind da in Gesprächen mit sämtlichen Wohnungsbaugesellschaften.“

Die Finanzierung des Kita-Ausbaus erfolgt aus kommunalen Mitteln und Mitteln des Landes: Fast 40 Millionen Euro nimmt allein die Stadt hierfür im Jahr 2018 in die Hand, 2019 sind es schon knapp 51 Millionen Euro, 2020 sogar fast 57 Millionen Euro. Die entspricht einer Erhöhung der Haushaltsmittel um fast 53 Prozent im Vergleich zum Jahr 2017.

(Report Anzeigenblatt)