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Den eigenen Kompass finden

Den eigenen Kompass finden
Marion Hover-Battermann, Forums-Leiter Franz-Josef Unland, Lucia Traut und Helmut Keymer (v.l.) stellten gemeinsam das neue Programm des Katholischen Forums vor. FOTO: Andreas Baum
Mönchengladbach. Das Katholische Forum für Erwachsenen- und Familienbildung Mönchengladbach und Heinsberg versteht sich als Impulsgeber und Plattform. Das neue Programm spiegelt dieses Ansinnen wider. Von Yvonne Simeonidis

„Mit unseren Angeboten reagieren wir auf die aktuell of unklare gesellschaftliche Situation“, erklärt Franz-Josef Unland, Leiter des Katholischen Forums. In vielen Bereichen breite sich Unsicherheit aus. Sei es die Tatsache, dass wir aktuell immer noch ohne Regierung dastehen, die Herausforderungen im Zusammenleben von zum Teil sehr unterschiedlichen Kulturen oder der Verlust der Bindungskraft der Gemeinden, da immer mehr Kirchen schließen: Das katholische Forum möchte hier keine vorgefertigten Antworten geben, sondern die Menschen zusammenbringen, ihnen einen Ort des Austauschs bieten und ihnen helfen, ihre eigene Position, ihren Kompass zu finden. „Unser Programm und unsere Webseite könnte man als Lustmacher oder Appetithappen bezeichnen“, sinniert Unland verschmitzt.

Neben dem umfangreichen, wohlbekannten und beliebten Programm gibt es im kommenden Jahr einige Highlights. Eine neue Reihe unter dem Titel „Göttlich genießen“ bringt Menschen bei Kochabenden zusammen, wo Gerichte zubereitet und verzehrt werden, die typisch für die Religionen dieser Welt sind. „Wir möchten uns an diesen Abenden kritisch und lustvoll mit Religion auseinandersetzen, Lust wecken und Wissen mehren“, erklärt Lucia Traut, verantwortlich für den Bereich Theologie und Spiritualität.

In einer neuen Kooperation mit der Citykirche bietet das katholische Forum eine Vortragsreihe zu kulturellen, politischen und kulturellen Themen an, die aktuell sind und den Blick über den Kirchturm hinaus schärfen sollen.

Die Hannes-Gespräche in der Gemeinde Herz Jesu, in Kooperation mit dem Caritasverband, werden auch in 2018 fortgeführt. Die Themen reichen vom fast philosophisch anmutenden „Was wird aus meiner Arbeit, wenn die Roboter sie machen“ zu ganz lokalen Themen wie der Stadtentwicklung im Quartier Schmölderpark.

Die Flüchtlingswelle mag inzwischen abgeebbt sein, Angebote für Ehrenamtler wie Geflüchtete gibt es beim Katholische Forum nach wie vor. „Integrationskurse bieten wir aber nicht mehr an“, erklärt Diplom Sozialpädagoge Helmut Keymer, „wir konzentrieren uns stattdessen auf niederschwellige Angebote in Form von zum Beispiel Alltagssprachkursen speziell für Frauen – unter anderem in Zusammenarbeit mit dem SKM Rheydt.“ Die Ehrenamtler hätten sich inzwischen gefunden und vernetzt, sagt Keymer. Doch deren Arbeit steht nun vor neuen Herausforderungen und so bietet das Forum eine Veranstaltung zum Thema Abschiebung an und wie Ehrenamtler damit umgehen.

Im ab sofort erhältlichen Jahresprogramm sind 1 200 Veranstaltungen vermerkt. „Über das Jahr hinweg kommen aber immer wieder noch neue dazu“, erklärt Unland, „Ende 2018 werden wir eher auf 1 800 kommen.“ All diese Angebote stemmt das Katholische Forum mit insgesamt über 100 Kooperationspartnern.

(Report Anzeigenblatt)