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Den Stress von sich tanzen

Den Stress von sich tanzen
Voller Freude powern sich die Teilnehmer mit Carmen Bruchhausen bei deren Choreographie aus. FOTO: Andreas Baum
Mönchengladbach. Sport ist wichtig, das wissen wir alle. Doch nicht jeder ist im Fitnessstudio oder bei Sportarten wie Formationstanz oder Ballett gut aufgehoben. Nicht jeder möchte sich unter Druck beweisen müssen. Die Sportart „Nia“ vereint Sport, Tanz und Freude an der Bewegung, ohne dabei kompliziert oder leistungsorientiert zu sein. Von Gina Dollen

„Neuromuscular Interactive Action“ – dafür steht „Nia“. Sie wissen immer noch nicht wovon hier geredet wird? Verständlich, also einmal ganz ausführlich: Nia ist eine Mischung aus lateinamerikanischen Tänzen, afrikanischen Rhythmen, sowie Thai Chi und Chi Gong Elementen und die hilft vielen dabei, den Alltag hinter sich zu lassen, sich mal richtig auszupowern und gleichzeitig zu entspannen.

Seit den 80er Jahren gibt es Nia schon. In Großstätten wie Hamburg oder Berlin ist die Sportart längst ein Trend, hier in Mönchengladbach wissen nach wie vor die wenigsten, was sich hinter dem Begriff verbirgt. Wenn man dann aber erstmal in der ganz speziellen Welt aus afrikanischen Klängen, beruhigenden und auch flotten Tönen und weichen Bewegungen angekommen ist, kommt man selten wieder raus. „Für mich ist das der perfekte Ausgleich zum stressigen Alltag mit Kind, Uni und allem was dazu gehört“, erzählt die 24-jährige Magdalena Klösges, die Jüngste in der Mönchengladbacher Nia-Gruppe.

Carmen Bruchhausen, die Leiterin der Gruppe, ist seit zehn Jahren Nia-Lehrerin und macht ihren Beruf mit ganz viel Herz und Überzeugung. Vorher war sie jahrelang im Latein Formationstanz unterwegs. „Das besondere an Nia ist, dass kein Leistungsdruck dahinter steckt. Jeder kann in seinem ganz individuellen Tempo mitmachen. Klar mache ich die Übungen vor, aber letztendlich kann sie jeder ausführen, wie es sich für ihn richtig anfühlt“, erklärt sie.

Nia ist ein Sport für alle Altersklassen, das sieht man auch an der Mönchengladbacher Gruppe. Die Alterspanne reicht hier von 24 bis über 70. Das liegt vermutlich daran, dass es sehr gelenkschonend ist und die Choreographien zwar hier und da mal nicht sofort sitzen, im Grunde aber leicht erlernbar sind. Von anmutigen Wellenbewegungen bis hin zu starken Kicks kommt alles in einer Nia-Stunde vor, getanzt wird dabei barfuß, denn den Boden zu spüren, gehört dazu.

„Man bekommt hier Selbstbewusstsein und lernt, sich selbst zu lieben“, berichtet Dana Panicz-Knolle und auch Carmen Bruchhausen bestätigt, dass Nia dabei helfen kann, ein besseres Gefühl für den eigenen Körper zu bekommen. „Nach den Stunden fühle ich mich irgendwie geerdet“, erzählt Simone Jakobs lächelnd.

Für viele zählt aber auch der soziale Aspekt. In der Pause zwischendurch kann man entspannt miteinander quatschen und fühlt sich sofort willkommen. Hier muss keiner perfekt sein. Einmal im Jahr veranstaltet Bruchhausen, gebürtige Spanierin, sogar einen großen Paella-Abend für alle.

„Es ist wundervoll zu sehen, wenn Menschen lachend mit mir durch den Raum tanzen“, sagt sie und schaut in eine Runde von lächelnden und zustimmend nickenden Teilnehmern.

(Report Anzeigenblatt)