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Den Weg leichter machen

Den Weg leichter machen
Helfen bei der Selbsthilfe: Georg Meurer, Ina Lauterbach und Nadiye Yuvarlak vom Paritätischen. FOTO: Hans-Peter Reichartz
Mönchengladbach (cc). Der Paritätische koordiniert etwa 130 Selbsthilfegruppen in Mönchengladbach und die Nachfrage reißt nicht ab. Von Christina Reineke

Depressionen und Trennung – diese Themen führten auch 2015 die Top Ten der Anfragen beim Paritätischen, der Mönchengladbacher Selbsthilfe-Kontaktstelle an. Insgesamt 2 475 Kontakte wurden im vergangenen Jahr erfasst, beantwortet und beraten; außerdem entstanden acht neue Gruppen, die in der Anfangsphase immer von der Selbsthilfe-Kontaktstelle begleitet werden. „Unser Grundanliegen ist es, Menschen zu ermutigen sich aktiv mit einer schwierigen oder speziellen Lebenssituation auseinanderzusetzen und im Austausch mit anderen, neuen Mut und Kraft zu finden. Wir helfen, den Weg zur Selbsthilfe leicht zu machen“, erklärt Georg Meurer vom Paritätischen. Die Selbsthilfe-Kontaktstelle informiert über die derzeit 130 Gruppen zu 100 verschiedenen Themen und ist auch bei der Neugründung von Gruppen behilflich. Ein neuer Schwerpunkt seit letztem Jahr ist das Thema „Interkulturelle Öffnung der Selbsthilfe“. Dazu fanden Fachvorträge in Deutsch und Türkisch zu Gesundheitsthemen und Erziehungsfragen sowie ein Workshop zum Thema „Interkulturelle Kompetenz“ statt, die sehr gut besucht waren. Die interkulturelle Arbeit wird deshalb auch 2016 fortgesetzt – unter neuer Leitung von Nadiye Yuvarlak.

Die 29-Jährige, die an der Hochschule Niederrhein studiert hat, spricht Deutsch, Türkisch und Arabisch und hat es sich zur Aufgabe gemacht den in der Stadt lebenden Menschen mit Migrationshintergrund den Selbsthilfegedanken näher zu bringen. „In vielen Kulturkreisen ist es ein absolutes Tabu offen über die eigenen Probleme zu sprechen. Das passiert höchstens bei vertrauten Familienmitgliedern, aber der Besuch einer Selbsthilfegruppe oder das Gespräch mit Fremden ist für sie unvorstellbar“, sagt Yuvarlak.

Zweiter Schwerpunkt der Kontaktstellenarbeit für 2016 wird die Förderung und Begleitung von pflegenden Angehörigen sowie Angehörigengruppen für Demenzerkrankte sein.

(Report Anzeigenblatt)