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Denkmal rückt täglich in den Blick

Denkmal rückt täglich in den Blick
Enthüllten den Gedenkstein vor der Theo Hespers-Gesamtschule: (v.l.n.r.) Ferdinand Hoeren, Vorsitzender der Theo Hespers Stiftung, Museumsdirektorin Susanne Titz, Schulleiterin Raphaela Hahn und Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners. FOTO: Stadt Mönchengladbach
Mönchengladbach. Im Andenken an den Widerstandskämpfer Theo Hespers steht nun vor der Gesamtschule Stadtmitte ein Gedenkstein. Von der Redaktion

Zum 74. Todestag von Theo Hespers wurde jetzt vor der Gesamtschule Stadtmitte an der Dülkener Straße 85 ein Gedenkstein durch Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners, Ferdinand Hoeren, Vorsitzender der Theo Hespers Stiftung, Museumsdirektorin Susanne Titz und Schulleiterin Raphaela Hahn enthüllt. Mit Liedvorträgen begleiteten Dirk Hespers, Sohn des Widerstandskämpfers, und Enkel Dietrich das Programm.

„Das Denkmal steht an einem Ort der Jugend, des Lernens und der Zukunft. An dieser exponierten Stelle rückt es täglich in den Blick junger Menschen, die ihren Platz im Leben und in der Gesellschaft noch finden müssen. Die Erinnerung an Theo Hespers kann dabei von Bedeutung sein. Er kann und soll als Vorbild dienen“, betonte Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners.

„Rechtsextremismus, Rassismus und Gewalt sind leider nicht nur Schrecken der Vergangenheit. Sie finden sich in unserem Alltag wieder, in unserer Gesellschaft und unserem Miteinander. Sie machen auch vor dem Schulhof und den Klassenzimmern nicht halt. Um diesen Gefahren für die Demokratie entgegenzutreten, bedarf es einer gehörigen Portion Zivilcourage. Und Zivilcourage kann man lernen – besonders in jungen Jahren“, so Reiners weiter.

Trotz aller Schwierigkeiten und Hindernisse hat Theo Hespers den Widerstand gegen das nationalsozialistische Unrechtsregime nie aufgegeben. Auch nach seiner Flucht in die Niederlande oder während seines Lebens im Untergrund Belgiens hielt er an seinem Traum, einst in einem friedlichen und demokratischen Deutschland leben zu können, fest.

Seinen Kampf gegen das Hitlerregime bezahlte Theo Hespers mit dem Leben. Am 22. Juli 1943 wurde er vom Volksgerichtshof Berlin wegen Landes- und Hochverrats zum Tode verurteilt und am 9. September – mit 250 anderen Menschen – auf einem Garagenhof in Plötzensee gehängt. Seine Leiche wurde verbrannt und die Asche an unbekannter Stelle verstreut.

In Mönchengladbach ist eine Straße nach Theo Hespers benannt. Seit 1994 erinnert ein Gedenkstein auf dem städtischen Hauptfriedhof an den Widerstandskämpfer. Im September 2009 hat der Kölner Künstler Günter Demnig einen Stolperstein vor Hespers Wohnung in Mönchengladbach, Am Kämpchen 1, verlegt.

Die Theo-Hespers-Stiftung mit Sitz in Mönchengladbach hat sich unter anderem zum Ziel gesetzt, das Andenken an Theo Hespers, die sozialen Bewegungen am Niederrhein und den Kampf gegen den Nationalsozialismus zu wahren. Im Jahr 2015 hat die Gesamtschule Stadtmitte den Beschluss gefasst, sich in Theo-Hespers-Schule umzubenennen.

(Report Anzeigenblatt)