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Der Chip ist für die Tonne

Der Chip ist für die Tonne
Stadtsprecher Dirk Rütten, Projektleiter Tony Korte und GEM-Sprecherin Anne Peters-Dresen (von links) bitten alle Bürger, bei der „Verchippung“ der Tonnen zu helfen. FOTO: Andreas Baum
Mönchengladbach. Die moderne Technik hält Einzug bei der Leerung von Bio- und Papiertonnen in Mönchengladbach. Endlich, möchte man sagen, denn die elektronische Kennzeichnung von Abfallbehältern gibt es in anderen Städten und Regionen schon seit Jahren – im Osten Deutschlands sogar schon seit Anfang der 90er Jahre. Von Jan Finken

In der Vitusstadt werden die Bio- und Papiertonnen demnächst mit einem Chip ausgerüstet, über den diese eindeutig einem Standort zugeordnet werden können. „Aber keine Angst, es werden dabei keine personenbezogenen Daten erfasst“, beruhigt Anne Peters-Dresen, seit Juli Pressesprecherin des zuständigen Entsorgungsunternehmen GEM. Der Rat der Stadt Mönchengladbach hatte die elektronische Kennzeichnung der Bio- und Papiertonnen 2014 beschlossen, die ab Oktober von Mitarbeitern der GEM ausgeführt wird. „Die elektronische Behälter-Verwaltung, die in anderen Städten längst Standard ist, macht das System der Abfuhr effizienter, weil die Tourenplanung noch besser als bisher abgestimmt werden kann“, weiß GEM-Projektleiter Tony Korte.

Um die Behälter für Bioabfälle und Altpapier chippen zu können, bitten Stadtverwaltung und GEM alle Gladbacher Bürger um Mithilfe. „In der kommenden Woche werden wir rund 50.000 Eigentümer anschreiben und sie bitten, spätestens bis zum 5. Oktober einen beigefügten Objektaufkleber auf die Deckel der braunen und blauen Behälter zu kleben“, erklärt Korte. Über diese Aufkleber werden die Kunststoff-Chips, die Montageteams der GEM anbringen, den passenden Tonnen zugeordnet. „Wir sprechen hierbei von ’verheiraten’“, lächelt Korte. Gleichzeitig erhalten die Tonnen einen dazugehörigen Barcode-Aufkleber. Erst wenn der an der Seite der Tonne klebt, ist die Verchippung abgeschlossen. „Deshalb bitten wir darum, die Tonnen bis 20 Uhr draußen stehen zu lassen – auch wenn sie leer sind“, unterstreicht der Projektleiter. „Unsere Teams sind unabhängig von den Leerungsfahrzeugen im Einsatz, und die Verchippung kann bis zum Abend des Entleerungstags von unseren Mitarbeitern durchgeführt werden“, sagt Korte.

Bis zum Jahresende sollen alle betroffenen Gefäße, rund 40.000 Papier- und 60.000 Biotonnen, mit der neuen Technik ausgerüstet sein. „Illegale, nicht angemeldete Bio- oder Papiertonnen werden künftig erkannt und nicht mehr geleert“, sagt Dirk Rütten, Pressesprecher der Stadt Mönchengladbach. Die Mönchengladbacher profitieren von diesem Service: Bio- oder Papiertonnen können künftig im Falle eines Diebstahls direkt gesperrt werden. Außerdem ermöglicht die eindeutige Zuordnung zu Standorten es beispielsweise, Gefäße nach der Leerung gezielter zurück zu platzieren.

(Report Anzeigenblatt)