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Das BIS-Zentrum hat im zweiten Halbjahr ungewöhnliche Events und viele internationale Gäste im Programm
Der Schiller war ein cooler Typ

Mönchengladbach. Taiko, Schiller im Kurzformat und ein Kulturfrühstück, das zum Selbstläufer geworden ist: Das BIS hat für das zweite Halbjahr wieder spannende Kultur-Events auf die Füße gestellt. Von Ulrike Mooz

Wenn man Schiller an die Jugend bringen möchte, dann muss man in die Trickkiste greifen: Das "KOM'MA Theater" Duisburg hat das gemacht und bringt eine urkomische respektlose Inszenierung quer durch Friedrich Schillers Leben und Werk auf die BIS-Bühne. Da fallen dann auch schonmal Sprüche, wie "Schiller, Du alte abgewrackte coole Sau", die vielleicht nicht jedem Kultur-Publikum gefallen werden. Jugendliche finden's aber gut, weil es ihre Sprache ist, weiß Claudia Übach-Pott, die beim BIS die Sparte Kinder- und Jugendtheater betreut. "Schiller. Sämtliche Werke ... leicht gekürzt" ist nicht nur eine zeitgemäße Herangehensweise an den großen Dichter, jenseits des Reclamheftchens, sondern auch die Eröffnungsveranstaltung des diesjährigen Spielartenfestivals NRW, das am 1. September in Mönchengladbach startet.

Klassik ist nicht nur in der Dichtkunst, sondern auch in der Musik wieder ein Thema. "Wir haben uns die Klassik wieder ins Haus geholt", sagt BIS-Vereinsvorsitzender Herbert Krumbein. Die Zuschauerzahlen der Beethovenreihe sprächen für sich. Zum 150. Geburtstag von Richard Strauss soll es denn auch wieder eine Reihe mit drei Konzerten geben. Start ist am 14. September mit Liedern von ihm und Zeitgenossen mit dem Pianisten Michael Decker und der Sängerin Uta Christina Georg.

In Sachen Jazz stehen wieder die Jazz-Visions auf dem Programm. Diesmal sind Lulo Reinhardt (der Großneffe von Django) und das André Krengel-Quartett am Start, es spielen Lucas Schmid, Posaunist der WDR-Bigband und der Viersener Pianist Klaus Delvos "Art of the Duo". Und schließlich gibt's von "Furiopolis" am 5. Dezember "Wildweihnachtsfahrt", Weihnachtslieder im Jazz-Funk-Soul-Gewand, zu hören. Einen besonderen Leckerbissen außer der Reihe wird am 16. Oktober Jazz-Urgestein Walter Maaßen mit Künstlern aus New York bringen. "Der hat mich angesprochen, weil er da Gäste hat", sagt Herbert Krumbein. Der Vorschlag fiel sofort auf fruchtbaren Boden, schließlich ist das BIS auch immer um Auftritte internationaler Künstler bemüht.

Auch außereuropäisch wird es mit Konzerten und Workshops zur japanischen Trommelkunst Taiko. Die Gruppe "Wadaiko Tokara" spielt im September, Oktober und November. Außerdem steht ein Workshop mit zehn und einer mit drei Terminen auf dem Programm.

Das Kulturfrühstück des BIS ist inzwischen Kult geworden - ein Selbstläufer, der sich rumgesprochen hat. Rund 45 Leute haben jeweils Platz zum Frühstück mit Kultur. Das BIS möchte die Veranstaltung im nächsten Jahr vergrößern, um für die Künstler eine angemessenere Gage und für das BIS einen Überschuss zu erwirtschaften.

Beim Film ist besonders ein Stummfilm am 2. November hervor zu heben. Ein Kleinod der Filmgeschichte ist Alfred Hitchcocks erster Thriller "The Lodger", der vom Pianisten Wilfried Kaets begleitet wird.

Und dann steht noch ein Ereignis der besonderen Art auf dem Programm: der Klamottentausch für Frauen. Hier können Frauen Kleidung abgeben, gegen neue eintauschen und sich von Näherinnen aufpimpen lassen.

Eine Personalie ist noch neu: Vivien Langas, Studentin der Kulturpädagogik und des Kulturmanagement an der Hochschule Niederrhein, ist - vorerst kommissarisch - Jugendsprecherin im BIS. Sie kümmert sich um die Organisation des Poetry Slam und soll darüber hinaus auch eigene Projekte

anleiern.

(Report Anzeigenblatt)