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Die Digitalisierung der Mittagspause

Die Digitalisierung der Mittagspause
Sie haben Gourmy aus der Taufe gehoben (v.l.): Kevin Bolleßen (Gourmy), Slawa Ditzel, Paul Kalisch Next Levels) und Wolfgang Eickes (Palace St. George,sitzend). FOTO: Andreas Baum
Mönchengladbach. Man stelle sich das nur mal vor: Jeden Mittag für vergleichsweise kleines Geld in einem hochwertigen Restaurant speisen und dabei noch wertvolle Pausenzeit einsparen. Die von einem Mönchengladbacher Unternehmen entwickelte App Gourmy ermöglicht jetzt genau das. Von Thomas Hippel

Das Konzept hinter Gourmy ist im Grunde einfach: Jeder kann sich die App umsonst runterladen und dann binnen Sekunden in einem der mittlerweile 35 Restaurants, die sich in Mönchengladbach, Düsseldorf und Umgebung an dem Dienst beteiligen, sein Mittagessen inklusive Getränk per Klick vorbestellen. Lästige Wartezeiten im Lokal werden so reduziert, die Pause kann flexibler genutzt werden. Besonderer Clou dabei: Auch Arbeitgeber können sich an dem Ganzen beteiligen, indem sie ihre Mitarbeiter mit bis zu 6,33 Euro pro Essen bezuschussen.

„Wir wollten hier eine Win-Win-Win-Situation für Arbeitnehmer, Arbeitgeber, aber auch für die Gastronomen selbst generieren“, sagt Gourmy-Geschäftsführer Kevin Bolleßen. So profitiere allein der Arbeitnehmer schon dreifach, weil er nicht nur Zeit und Geld spare, sondern ihm zudem auch noch eine vielfältige und gesunde Ernährung ermöglicht werde. Pommesbuden und Junk-Food-Läden suche man bei Gourmy nämlich vergebens, stattdessen setzen die Macher auf renommierte Restaurants mit einer abwechslungsreichen Küche.

Das erste Restaurant, das sich an der App beteiligt hat, ist das am Borussia-Park gelegene Palace St. George. Dessen Geschäftsführer, der frühere Sternekoch Wolfgang Eickes, sieht in Gourmy riesige Vorteile für die Gastronomie: „Durch das digitale Vorbestellen habe ich eine ganz andere Kalkulationssicherheit, außerdem sehe ich schnell, welche Gerichte die Gäste präferieren, und über die entsprechende Option in der App erhalte ich auch deren Feedback.“ „Außerdem sorgt Gourmy dafür, dass mehr Leute in die Gastronomie gezogen werden und dass in bereits gut ausgelasteten Restaurants die Tischumschlagshäufigkeit erhöht wird, da ganz anders vorgearbeitet werden kann“, ergänzt Gourmy-Chef Bolleßen.

Schließlich kommt Gourmy aber auch dem Arbeitgeber zugute, denn dieser kann seinen Mitarbeitern durch Bezuschussung geldwerte Vorteile verschaffen und dabei noch Steuervorteile für sich selbst in Anspruch nehmen. „Die Sozialversicherungsbelastung, wie sie etwa bei einer normalen Gehaltserhöhung besteht, wird hier umgangen“, erklärt Paul Kalisch, Geschäftsführer des Start-Ups Next Levels, das die App entwickelt hat. Die Bezuschussung kann je nach Mitarbeiter individuell erfolgen, ganze Belegschaften können vom Unternehmen bei Gourmy bequem als Nutzerliste angelegt werden. Der regelmäßig als pdf-Dokument verschickte Beleg kann direkt an den Steuerberater gehen. Und ein weiterer Pluspunkt: Auch der Team-Spirit kommt nicht zu kurz, sind die Mitarbeiter doch mit der App ständig über die Mittagspläne der Kollegen im Bilde und können sich diesen beim Restaurantbesuch anschließen.

(StadtSpiegel)